Politik
BMW hält die Hardware-Nachrüstung für den falschen Weg.
BMW hält die Hardware-Nachrüstung für den falschen Weg.(Foto: imago/Sven Simon)
Mittwoch, 07. November 2018

Dieselgipfel in Berlin: BMW kommt mit leeren Händen

Der am Donnerstag stattfindende Dieselgipfel steht unter keinem guten Stern. Grund ist eine klare Ansage aus München. BMW-Chef Krüger will Bundesverkehrsminister Scheuer hinsichtlich der Hardware-Nachrüstung nicht entgegenkommen.

BMW will beim Dieselgipfel mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer keine Zugeständnisse bei der umstrittenen Hardware-Nachrüstung machen. Auf die Frage, was der Konzern anbieten könne, sagte Vorstandschef Harald Krüger in einer Telefonkonferenz: "Unsere Position für die BMW Group steht schon länger. Das wird unsere Position bleiben."

Scheuer trifft sich in Berlin mit Topmanagern aus der Autoindustrie, um über Maßnahmen für saubere Luft in Innenstädten zu sprechen. Im Vorfeld forderte der CSU-Politiker die Hersteller auf, bei der Diesel-Nachrüstung nachzulegen. "Da müssen wir nachverhandeln", sagte Scheuer: "Da erwarten wir auch Bewegung." Es gehe ihm um deutsche und ausländische Autobauer.

Während viele Hersteller Prämienprogramme aufgelegt haben, um die Kunden zum Kauf schadstoffärmerer Autos zu animieren, sperrt sich die Branche gegen Hardware-Nachrüstung, deren Entwicklung sie für zu aufwändig und zu teuer hält. BMW und Opel haben sich dezidiert dagegen ausgesprochen, Volkswagen will sich nur bereiterklären, wenn auch andere Hersteller mitmachen. Daimler hat angekündigt, 80 Prozent oder 2400 Euro je betroffenem Mercedes für eine Nachrüstung zuzuschießen.

BMW-Chef Krüger bekräftigte: "Ich bin eindeutig gegen Hardware-Nachrüstung." Dies sei der falsche Weg. "Der Kunde hätte trotz sorgfältiger Entwicklung ein erhöhtes Qualitätsrisiko und mehr Verbrauch. Darüber hinaus sind Hardware-Umrüstungen nicht vor 2021 realisierbar."

Zudem kann laut Krüger der technische Fortschritt in der Dieseltechnologie nicht rückwirkend für Fahrzeuge gefordert werden, die vor rund zehn Jahren entwickelt worden seien. "Sie wurden ordnungsgemäß zugelassen und entsprachen dem Stand der Technik zum damaligen Zeitpunkt."

Quelle: n-tv.de