Politik

Beschränkung oder Verbot geplant Baden-Württemberg fährt Kultur und Sport runter

265636375.jpg

Baden-Württemberg hat derzeit eine Inzidenz über der 500er Marke: Ministerpräsident Kretschmann schärft deshalb nach.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehrere Covid-Patienten aus Baden-Württemberg mussten bereits in andere Bundesländer verlegt werden. Ministerpräsident Kretschmann kündigt deshalb drastische Maßnahmen an: Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen stehen vor dem Aus.

Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen sollen in Baden-Württemberg wegen der sich zuspitzenden Corona-Pandemie verboten oder zumindest deutlich beschränkt werden. Die Kontakte müssten nun radikal reduziert werden, kündigte der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Nachmittag beim Besuch eines Impfzentrums des Klinikums Stuttgart an. Leider gelte das auch für Geimpfte, weil der Impfschutz nach vier bis sechs Monaten nachlasse.

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes werde die Landesregierung am morgigen Dienstag im Kabinett entsprechende Beschlüsse fassen, sagte Kretschmann. Es werde zur "weiteren Untersagung oder Beschränkung von Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen kommen". Wie das im Einzelnen aussehe, werde man besprechen. "Auch Sportgroßveranstaltungen werden wir massiv einschränken oder gar untersagen."

Kretschmann forderte spätestens für Mittwoch eine neue Ministerpräsidentenkonferenz. Es sei höchste Eisenbahn für ein solches Treffen, sagte er. Er glaube nicht, dass der rechtliche Rahmen durch das Infektionsschutzgesetz im Kampf gegen die Pandemie ausreiche. "Wir brauchen den gesamten Instrumentenkasten." Ein Treffen der Spitzen der alten und mutmaßlich neuen Regierung ist derzeit für Dienstag geplant.

Bereits jetzt gilt 2G plus

Baden-Württemberg ist verhältnismäßig stark von der sich derzeit bundesweit zuspitzenden Corona-Lage betroffen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Sonntag bei 519,5, am vorherigen Sonntag bei 454,1. Mehrere Covid-19-Patienten sind bereits in andere Bundesländer verlegt worden. Wegen der sich zuspitzenden Pandemie gilt in Baden-Württemberg bereits bei allen Veranstaltungen in Kultur, Freizeit und Sport die Regel 2G plus. Das heißt, dass zu allen Veranstaltungen bislang nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen können. Die Landesregierung hatte aber bereits am Sonntag weitere Corona-Verschärfungen angekündigt.

Die Kabinette von Bayern und Sachsen wollen am morgigen Dienstag in einer virtuellen Sitzung gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. Das teilte ein Regierungssprecher in München mit. Im Anschluss wollen die Ministerpräsidenten Markus Söder von der CSU und Michael Kretschmer von der CDU über die Ergebnisse der Beratungen informieren - in zeitgleichen Pressekonferenzen, bei denen der jeweils andere Regierungschef virtuell zugeschaltet ist.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen