Politik

Viele Russen schämen sich Baerbock: "Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht"

Putin wolle mit dem Krieg vor allem die Hoffnung der Menschen in der Ukraine zerstören, "dass sie nach Jahrzehnten der Unfreiheit ein Recht auf Demokratie, ein Recht auf Frieden und auf eine bessere Zukunft ohne Unterdrückung haben", sagt Bundesaußenministerin Baerbock.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat ein "Paket mit massivsten Sanktionen gegen Russland" angekündigt. Die westliche Staatengemeinschaft habe dieses Paket bereits vorbereitet und werde es nun nach dem russischen Angriff auf die Ukraine auf den Weg bringen, sagte die Grünen-Politikerin. Noch im Laufe des Donnerstags werde im Rahmen der EU, der NATO und der G7-Gruppe darüber beraten.

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"Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht. Nach Monaten der Vorbereitung, von Lügen und Propaganda, hat Präsident Putin heute Nacht entschieden, seinen Drohungen schreckliche Taten folgen zu lassen", so Baerbock. Mit diesem Krieg wolle Putin die Hoffnungen der Ukrainerinnen und Ukrainer auf ein Leben in Demokratie und auf eine bessere Zukunft zerstören.

In den vergangenen Monaten habe man nichts unversucht gelassen, "um auf diplomatischem Weg eine friedliche Lösung für diese Russland-Krise zu finden", sagte Baerbock. Russland sei auf die Gesprächsangebote nicht eingegangen. "Die Ukrainerinnen und Ukrainer haben nichts getan, was dieses Blutvergießen rechtfertigt", sagte Baerbock. Russland wolle mit dem Krieg vor allem die Hoffnung der Menschen in der Ukraine zerstören, "dass sie nach Jahrzehnten der Unfreiheit ein Recht auf Demokratie, ein Recht auf Frieden und auf eine bessere Zukunft ohne Unterdrückung haben".

"Skrupelloser Mord"

Baerbock sprach Putin direkt an: "Präsident Putin, diesen Traum werden Sie niemals zerstören können. Er wächst in der Ukraine. Er wächst genauso in Ihrem Land." Sie sei überzeugt: "Auch in Russland werden viele Menschen sich dafür schämen und darüber empören", dass dieser Traum im Namen Russlands auf Jahrzehnte "mit skrupellosem Mord an ihren Brüdern und Schwestern in der Ukraine beschädigt wurde".

Die Außenministerin teilte weiter mit, noch verbliebene Diplomatinnen und Diplomaten seien bereits vor dem russischen Angriff aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew abgezogen worden. "Wir haben schon gestern Abend entschieden, dass das noch verbliebene entsandte Personal der deutschen Botschaft in Kiew aus Sicherheitsgründen abgezogen wurde." Das Auswärtige Amt werde nun "lageabhängig" entscheiden, ob Deutschland in einer anderen ukrainischen Stadt - etwa im westukrainischen Lemberg (Lwiw) - eine diplomatische Vertretung etablieren werde.

Baerbock bekräftigte auch die dringende Ausreiseaufforderung an alle noch in der Ukraine verbliebenen Deutschen. "Verlassen Sie unverzüglich die Ukraine im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit." Sollte dies nicht möglich sein, sollten sie an einem möglichst sicheren Ort bleiben. Eine Krisen-Hotline wurde unter der Nummer 030-5000-3000 eingerichtet.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP/dpa

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