Politik

Klima-Entlastung für Familien Baerbock beziffert erstmals "Energiegeld"

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Baerbock bei der Wahlkampfveranstaltung in Magdeburg.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Dass der CO2-Ausstoß geringer werden muss, darüber sind sich die Parteien weitgehend einig. Doch wie? Das Grünen-Wahlprogramm sieht vor, Familien dabei zu entlasten. Jetzt sagt Kanzlerkandidatin Baerbock, wie hoch das geforderte "Energiegeld" sein soll.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will höhere CO2-Preise für Menschen mit geringem Einkommen durch Ausgleichszahlungen abmildern. Betroffene Familien sollten pro Jahr und Kopf ein "Energiegeld" von 75 Euro bekommen, forderte Baerbock auf einer Wahlkampfveranstaltung in Magdeburg. Die Zahlung will die Parteichefin aus den Mehreinnahmen finanzieren, die der Staat durch höhere CO2-Preise erzielt.

CO2-Emissionen im Verkehr sollten 60 Euro pro Tonne kosten, forderte die Grüne. Das entspräche einem Anstieg der Benzinpreise um etwa 10 Cent pro Liter. Für Familien mit niedrigem Einkommen auf dem Land könne das eine Mehrbelastung von bis zu 100 Euro bedeuten, so Baerbock. Das könne das "Energiegeld" mehr als ausgleichen.

Profitieren würden dabei vor allem Familien mit kleinen Wohnungen und wenigen Autos. "Wenn ich in einem sehr, sehr großen Haus wohne und sehr, sehr viele Autos fahre, muss ich am Ende mehr bezahlen." Sachsen-Anhalt wählt am Sonntag in einer Woche einen neuen Landtag. Den Grünen wurde im Wahlkampf häufig von den anderen Parteien vorgeworfen, die finanziellen Folgen ihrer Klimaschutz-Forderungen für die ländliche Bevölkerung und Geringverdiener zu unterschätzen.

CO2-Preis aktuell bei 25 Euro pro Tonne

Der CO2-Preis verteuert die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas und soll Anreize bieten, dies mit sparsamer und sauberer Technologie zu vermeiden. Kritiker wenden ein, dies träfe auch Verbraucher bei Heiz- oder Spritkosten, die keinen Einfluss auf die Modernisierung der Heizung haben oder sich kein neues Auto leisten können.

Die Grünen fordern stattdessen, der Industrie neue Vorschriften zu machen, etwa für einen geringeren CO2-Ausstoß bei Autos. In Deutschland gibt es seit Anfang des Jahres einen CO2-Preis, er liegt bei 25 Euro pro Tonne CO2. Im Europa-Parlament hatten die Grünen zuletzt einen CO2-Preis von 150 Euro pro Tonne gefordert.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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