"Mehrere Schüsse"Behörden: General in Moskau niedergeschossen

Immer mal wieder kommt es in Russland zu Attentaten auf hochrangige Militärvertreter: Nun soll in Moskau ein Unbekannter einen russischen General in einem Wohnhaus niedergestreckt haben. Medienberichten zufolge ist der Vizechef des Militärgeheimdienstes schwer verletzt.
In Moskau hat es offenbar erneut einen Mordanschlag auf einen hochrangigen russischen Militär gegeben. Ein Unbekannter habe am Morgen in einem Wohnhaus "mehrere Schüsse" auf den General Wladimir Aleksejew abgegeben und sei dann geflohen, teilte das für schwere Verbrechen zuständige russische Ermittlungskomitee mit.
Alexejew sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, hieß es weiter. Medienberichten nach ist er schwer verletzt. Das Attentat soll sich im Nordwesten der Hauptstadt ereignet haben. Alexejew ist erster stellvertretender Chef des Militärgeheimdienstes GRU. Er gilt auch als einer der Hauptverantwortlichen für alle russischen "Freiwilligen"-Formationen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Die russischen Behörden ermitteln wegen versuchten Mordes. "Ermittler und forensische Experten des Moskauer Ermittlungskomitees arbeiten am Tatort, werten Videoaufnahmen aus und befragen Zeugen", hieß es bei verschiedenen russischen Nachrichtenagenturen. Nach dem Täter werde noch gefahndet.
Aleksejew war während des syrischen Bürgerkriegs für Geheimdiensteinsätze in Syrien verantwortlich - Moskau hatte den mittlerweile gestürzten Machthaber Baschar al-Assad unterstützt. Nach dem Aufstand der russischen Söldner-Gruppe Wagner gegen die russische Armeeführung 2023 wurde Aleksejew mit den Verhandlungen mit dem damaligen Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeny Prigoschin, betraut.
Wie das unabhängige russische Portal "Meduza" berichtet, verhängten die USA im Dezember 2016 Sanktionen gegen Aleksejew wegen Cyberangriffen zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen. Im Jahr 2019 wurde er von der Europäischen Union in Zusammenhang mit der Vergiftung des ehemaligen Geheimdienstlers Sergej Skripal in Salisbury mit Sanktionen belegt.
Seit dem Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Februar 2022 wurden bereits mehrere hochrangige Mitglieder des russischen Militärs getötet. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Russland, das seit fast vier Jahren Krieg gegen die gesamte Ukraine führt und Tausende Zivilisten getötet hat, hat die Anschläge als "Terrorismus" verurteilt.