Politik

Sozialfragen im Trendbarometer Beim Zahnersatz verstehen die Befragten keinen Spaß

10.02.2026, 16:36 Uhr
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Zahnbehandlungen sollen weiter von der GKV abgedeckt werden, da sind sich fast alle Deutschen einig. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn)

Wie stehen die Deutschen zur Rente mit 63 und der Übernahme der Zahnarztkosten durch die Krankenkasse? Diese Themen bestimmten vergangene Woche die Debatte. Die Antworten lassen aufhorchen.

Es gibt sie noch, die Themen, bei denen die Deutschen sich weitgehend einig sind - eines davon: Zahnbehandlungen. Die sollten von der gesetzlichen Krankenkasse weiter übernommen werden, meinen fast alle Befragten in einem von RTL und ntv beauftragten Trendbarometer.

92 Prozent wollen, dass die Kosten weiter übernommen werden, nur fünf Prozent befürworten, Zahnbehandlungen aus der GKV herauszunehmen. Das hatte vergangene Woche der Wirtschaftsrat der CDU gefordert und damit einen Aufschrei ausgelöst - offizielle Parteilinie war das jedoch nicht.

Schaut man auf die Parteianhänger, so sind bei der Linken 100 Prozent dagegen, die Leistung aus der GKV zu streichen. Die größte Zustimmung gibt es noch bei CDU und CSU. Aber auch unter deren Anhängern sind nur acht Prozent dafür, Zahnbehandlungen ausschließlich privat zu versichern.

"Rente mit 63" sehr beliebt

Forsa fragte außerdem nach einer Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63", die mittlerweile eine Rente mit 64 ist, da das Eintrittsalter mit dem eigentlichen Renteneintrittsalter steigt. Tatsächlich geht es um die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren in Rente zu gehen.

Auch diese Option möchten die meisten Deutschen nicht mehr missen. 78 Prozent sind gegen eine Abschaffung, nur 18 Prozent dafür. Im Mai 2024 hatte Forsa schon einmal danach gefragt. Die Werte waren damals sehr ähnlich: 17 Prozent für eine Abschaffung, 81 Prozent dagegen.

Die meisten finden Sozialstaat zu teuer

Auch wenn es große Mehrheiten gegen Kürzungen gibt, glauben etwa zwei Drittel der Deutschen, der Sozialstaat sei in der heutigen Form nicht mehr finanzierbar. Das ergab ein weiteres Trendbarometer im Auftrag von RTL und "Stern". 64 Prozent äußerten sich entsprechend, 34 Prozent meinen hingegen, die Kosten seien weiterhin zu schultern.

Die Werte steigen mit wachsendem Einkommen. Unter Besserverdienenden ab 4000 Euro Haushaltsnetto-Einkommen sagen 67 Prozent, der Sozialstaat werde zu teuer. Bei einem Haushaltseinkommen unter 2500 Euro sind es nur 58 Prozent. Nach Ost und West unterteilt ergeben sich ähnliche Unterschiede. Im Westen halten 65 Prozent den Sozialstaat für zu kostspielig, im Osten sind es 58 Prozent.

Schaut man auf die Anhängerschaft der Parteien, sticht die AfD hervor. 84 Prozent meinen, die Sozialausgaben seien zu hoch, bei CDU und CSU sind es 79 Prozent und selbst bei der SPD noch 58 Prozent. Unter Wählern der Grünen (43 Prozent) und der Linken (34 Prozent) teilt dagegen nur eine Minderheit diese Ansicht.

Für das Trendbarometer zum Zahnersatz und zur "Rente mit 63" befragte Forsa zwischen dem 6. und 9. Februar 1009 Menschen in Deutschland. Die Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

Für das Trendbarometer zu den Kosten des Sozialstaates befragte Forsa am 5. und 6. Februar 1006 Menschen in Deutschland. Fehlertoleranz: drei Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

Quelle: ntv.de, vpe

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