Früherer Ziehsohn von ChameneiBericht: Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad bei Luftangriff getötet

Ahmadinedschads harte Linie in der Atompolitik führt während seiner von 2005 bis 2013 dauernden Amtszeit als Präsident zu internationalen Sanktionen. Der Wächterrat schließt ihn mehrmals von den Wahlen aus. Jetzt ist er ums Leben gekommen.
Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt.
Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn war er Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.
Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten. Ahmadinedschad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die Revolutionsgarden. Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren.
Obwohl Ahmadinedschad ein Ziehsohn des jetzt getöteten Ajatollah Ali Chamenei war, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft zu einer Opposition innerhalb des Systems. Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus zu erweitern - insbesondere durch den offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium 2011 - führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. Der Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.