"Typisch" GRUBericht: Leipzig-Drohnen deuten auf russischen Militärgeheimdienst hin

Die Urheberschaft für den gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig-Halle ist offiziell noch nicht geklärt. Doch ein Bericht legt nun nahe, dass die Machart der Attacke der Vorgehensweise eines bestimmten russischen Geheimdiensts ähnelt.
Hinter dem gescheiterten Anschlag am Flughafen Leipzig-Halle Anfang August könnte der russische Militärgeheimdienst GRU stecken. Der versuchte Angriff und die verwendete Drohne weise alle Merkmale auf, die typischerweise für Gerätschaften des Geheimdiensts charakteristisch sind, berichtet der US-Sender ABC unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Geheimdienstler.
Der US-Beamte erklärte, die an der Drohne angebrachten Sprengstoffe sowie die Bauweise des tödlichen Sprengkörpers seien "typisch" für die vom russischen GRU verwendeten. Seinen Angaben zufolge wurde die Einschätzung, dass es sich dabei um eine Geheimdienstoperation handle, zusammen mit den deutschen Sicherheitsbehörden getroffen.
Die deutsche Politik hält sich bisher noch zurück mit Schuldzuweisungen in eine bestimmte Richtung. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Dienstag erklärt, dass man "intensiv" an einer Zuordnung des Anschlagsversuches arbeite. "Und wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern", so der deutsche Regierungschef. "Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt", so Merz. "Angreifer nehmen zunehmend skrupellos schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf."
Aus Russland war auch ohne vorherige konkrete Schuldzuweisung in Richtung europäischer Politiker geschossen worden. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung warf der russische Auslandsgeheimdienst SVR deutschen Politikern und Medien vor, "sofort" zu einer "zweideutigen Schlussfolgerung" gelangt zu sein und Russland zu beschuldigen, "ohne auch nur die vorläufigen Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten".
Bei dem Angriffsversuch gegen auf dem Flughafen geparkte Antonov-Flugzeuge Anfang August sollten offenbar mehrere Drohnen zum Einsatz kommen. Am Abend des 4. August war eine erste mit Sprengstoff beladene Drohne unweit der ukrainischen Maschinen entdeckt worden. Im Rahmen der Ermittlungen konnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor rund zwei Wochen eine weitere Drohne gefunden worden. An deren Fundstelle fanden die Ermittler zudem eine Substanz, bei der es sich offenbar um den hochexplosiven militärischen Sprengstoff Hexogen handelt. Dieser ist auch unter dem Namen T4 bekannt.