Politik

Ohne wichtige SchutzklauselnBericht: Trump genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

22.07.2026, 11:04 Uhr
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Trump verspricht sich Milliarden-Aufträge aus Saudi-Arabien. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Mitten in der erneuten Eskalation im Iran schließen die USA und Saudi-Arabien laut einem Bericht ein umstrittenes Atomabkommen. Der Iran und Saudi-Arabien ringen um die Vorherrschaft in der Region. Das Abkommen schürt Sorgen um ein atomares Wettrüsten.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will dem Kongress Insidern zufolge bald ein Abkommen zur nuklearen Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien vorlegen, dem jedoch wichtige Schutzklauseln zur Verhinderung eines Atomwaffenprogramms fehlen. Die Vereinbarung werde dem Königreich - einem langjährigen Rivalen des Irans - beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen und möglicherweise den Weg für die Urananreicherung auf saudischem Gebiet ebnen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Trump verspricht sich davon Aufträge für die US-Atomindustrie in Milliardenhöhe.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Trump habe Kompromisse machen müssen, um die Vereinbarung zu erreichen. Den Insidern zufolge fehlt in dem Abkommen der sogenannte "Gold-Standard". Dieser würde dem Königreich die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen untersagen. Beides sind mögliche Wege zur Entwicklung von Atomwaffen. Zudem sei das "Zusatzprotokoll" nicht enthalten, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weitreichende und unangemeldete Inspektionen ermöglicht. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten dem "Gold-Standard" in einem ähnlichen Abkommen mit den USA im Jahr 2009 zugestimmt.

Die Vereinbarung solle eine Laufzeit von 30 Jahren haben. US-Unternehmen sollen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der saudischen Atominfrastruktur sichern und andere ausländische Konkurrenten ausschließen, heißt es weiter. Eine zentrale Regelung sieht demnach vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen, sofern eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie zu dem Schluss kommt, dass ein solcher Schritt gerechtfertigt ist.

Nach Auffassung der Trump-Regierung würde diese Bestimmung den USA Einfluss auf das saudische Atomprogramm verschaffen und zugleich sicherstellen, dass es nicht für militärische Zwecke missbraucht werden könne. Dennoch dürfte die Vereinbarung, die in den kommenden Tagen dem Kongress in Washington zur Prüfung vorgelegt werden solle, nach Einschätzung beider Zeitungen auf Widerstand stoßen. Viele Abgeordnete lehnten eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab.

Rivalität mit Iran

Laut den Berichten könnte die Vereinbarung sehr zeitnah unterzeichnet werden. US-Energieminister Chris Wright hatte bereits bei einer Reise in die Region im April 2025 über einen solchen Deal Gespräche geführt. Schon damals hieß es, denkbar sei ein neues Energie-Abkommen beider Länder, das den Weg für ein Atomprogramm in dem Wüstenstaat ebnen könnte. Einige US-Parlamentarier und Israel haben in der Vergangenheit Bedenken gegen die Zusammenarbeit geäußert. Sie befürchten, dass der Aufbau eines zivilen Atomprogramms irgendwann zur Entwicklung von Atomwaffen genutzt werden könnte.

In einem Interview des US-Senders CBS hatte der Kronprinz 2018 gesagt, dass Riad "so schnell wie möglich" Atomwaffen anstreben würde, wenn der Iran dies tun sollte. Saudi-Arabien und der Iran ringen seit langem um die Vorherrschaft in der Region. Beide Staaten näherten sich 2023 unter Vermittlung Chinas an. Das Misstrauen bleibt aber groß nach einer jahrelangen Rivalität, die auch vom konfessionellen Konflikt zwischen dem sunnitischen Islam in Saudi-Arabien und dem schiitischen Islam im Iran geprägt wird.

Quelle: ntv.de, raf/rts/dpa/AFP

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