Nach iranischen AttackenBericht: USA erwägen Truppenabzug aus dem Nahen Osten

Die USA könnten den Iran-Krieg zum Anlass nehmen, um ihre militärische Präsenz im Nahen Osten grundlegend zu überarbeiten. Laut einem Bericht wird im Pentagon ein Truppenabzug aus der Region analysiert.
Die USA könnten ihre Truppenkontingente im Nahen Osten im Nachgang des Iran-Kriegs verringern. Besonders der Persische Golf, wo die US-Truppen besonders hart von iranischen Schlägen getroffen wurden, stehe dabei im Fokus, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf acht namentlich nicht genannte US-Offizielle.
Die Schäden die durch die iranischen Raketen- und Drohnenattacken in der Region verzeichnet wurden, ermöglichen dem US-Militär einen vergleichsweise niederschwelligen Abbau der Präsenz in der Region. Andernfalls müssen Stützpunkte mitunter kostenintensiv neu errichtet werden. Das Verteidigungsministerium hat dem Bericht zufolge bereits signalisiert, dass womöglich nicht alle US-Basen weiter verwendet werden sollen.
Eine offizielle Anordnung zur Evaluation der Truppenkontingente durch den Verteidigungsminister Pete Hegseth gibt es bisher nicht. Vorläufig handelt es sich um eine Analyse des Policy Büros des Pentagons. Auch das U.S. Central Command befasse sich darüber hinaus mit dem Sachverhalt. Die Untersuchung gelte der "umsichtigen Planung" für alle Eventualitäten, heißt es.
Derzeit sind rund 40.000 US-Soldaten im Nahen Osten über fast 20 Stützpunkte hinweg stationiert. Die größten davon liegen am Persischen Golf, in direkter Nachbarschaft zum Iran. In Bahrain befindet sich etwa das Hauptquartier der 5. Flotte, während unter anderem in Kuwait wichtige Stützpunkte von Armee und Luftwaffe unterhalten werden.
Der Iran hatte in dem seit Ende Februar andauernden Krieg die US-Stützpunkte massiv unter Feuer genommen. Nach Pentagon-Angaben wurden dabei 14 Soldaten getötet und mehr als 400 verletzt. Mehr als 200 US-Einrichtungen wurden durch die Drohnen- und Raketenangriffe zerstört oder beschädigt. Zur Abwehr der iranischen Attacken wurden im großen Stil teure Flugabwehrraketen eingesetzt. Die Lagerbestände der US-Truppen sind hinsichtlich der Munition für Patriot- und THAAD-Systeme deutlich dezimiert.