Politik

Verdrängung von Nahles? Berichte befeuern Schulz-Spekulationen

Die SPD wiegelt ab, doch die Spekulationen halten sich hartnäckig, dass dem früheren Parteivorsitzenden Schulz ein Comeback an der Fraktionsspitze bevorstehen könnte. Vertraute des Politikers sagen: "Er hat nichts mehr zu verlieren."

Der ehemalige SPD-Chef Martin Schulz will einem Bericht zufolge bei der anstehenden Wahl des Fraktionsvorsitzes gegen Parteichefin Andrea Nahles antreten. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf mehrere SPD-Bundestagsabgeordnete. "Martin verspricht ganz klar, dass er gegen Andrea antreten wird", zitierte die Zeitung einen Schulz-Vertrauten. "Er hat nichts mehr zu verlieren", sagte der Vertraute demnach weiter. "Seine Alternative wäre, bis zum Ende der Legislatur Hinterbänkler zu bleiben und dann in Rente zu gehen."

Der "Spiegel" hatte am Freitag berichtet, dass Nahles den Abgeordneten Schulz wegen eines möglichen Putschversuchs an der Fraktionsspitze zur Rede gestellt habe. Schulz habe akute Pläne bestritten, nicht aber seine grundsätzlichen Überlegungen. Schulz wolle aber nicht gegen Nahles bei der Neuwahl des Vorsitzes im September antreten, sondern setze auf ihren Rückzug.

In dem Gespräch mit Nahles entwarf Schulz laut "Spiegel" zudem ein Szenario, wonach sie wieder das Arbeitsministerium übernehmen könnte. Eine Fraktionssprecherin sagte, Schulz und Nahles stünden regelmäßig in Kontakt. Zu vertraulichen Gesprächen äußere man sich nicht.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, wurde bei dem Treffen indes kein mögliches "Gegengeschäft" für den Fraktionsvorsitz besprochen. "Die Zeit von Angeboten an Andrea Nahles ist vorbei", zitierte die Zeitung einen Vertrauten von Schulz. Nahles ist seit September 2017 Fraktionschefin. Regulär muss sie sich Ende September zur Wiederwahl stellen.

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Stegner sieht Chance für Rot-Rot-Grün

Weiter befeuert werden könnte die Debatte über die Partei- und Fraktionsführung durch die Ergebnisse der Europa-Wahl und der Bremer Bürgerschaftswahl, wo der SPD nach Umfragen eine Niederlage droht. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" will die Parteilinke einschließlich der Jusos auf den heutigen Wahlsonntag mit einer Erklärung reagieren. Sie wolle eine Liste veröffentlichen, welche Ziele die SPD bis zum Bilanzparteitag im Dezember in der Koalition noch durchsetzen sollte.

Vize-Parteichef Ralf Stegner sagte der Zeitung mit Blick auf die Bremen-Wahl, er sehe eine neue Perspektive für Rot-Rot-Grün. Seit Sahra Wagenknecht bei der Linkspartei nicht mehr eine führende Rolle spiele und die CDU wieder konservativer geworden sei, käme man einem Bündnis mit Linkspartei und Grünen wieder näher.

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Quelle: n-tv.de, fzö/rts/AFP

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