Politik

Corona-Krise in der Hauptstadt Berlin schließt Kneipen, Clubs und Bars

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Im Roten Rathaus trat Berlins Regierender Bürgermeister Müller mit seinem Senat vor die Presse.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Hauptstadt fährt das öffentliche Leben weiter herunter. In Berlin sollen ab kommender Woche Kneipen, Clubs und Bars schließen. Restaurants sollen aber geöffnet bleiben.

In Berlin werden wegen der Coronavirus-Ausbreitung ab Mitte nächster Woche alle Clubs, Bars und Kneipen geschlossen. In der Gastronomie wolle man aber den Bereich aufrechterhalten, der mit einem Essensangebot der Versorgung diene, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am späten Nachmittag. Auch Restaurants dürfen mit bestimmten Auflagen wie Abstandsregeln vorerst geöffnet bleiben. Die rechtlichen Grundlagen für diesen Schritt sollen demnach am Dienstag beschlossen werden.

Ob die Schließungen dann unmittelbar oder erst am Mittwoch gelten sollten, war zunächst nicht klar. Die Maßnahmen sollen vorerst bis zum 20. April gelten. In diesem Zeitraum will der Berliner Senat laut Müller prüfen, wie diese Maßnahmen "gegriffen" haben.

Zuerst hatte "Berliner Morgenpost" von der Corona-Zwangspause berichtet. Der Senat habe sich auf Anraten der Amtsärzte darauf verständigt, die Lokale zu schließen, schreibt die Zeitung. Die Ansteckungsgefahr soll demnach gerade in vollen Clubs beim Tanzen, dichtem Stehen und lautem Reden besonders hoch sein.

So hatten sich unter anderem im Club "Trompete" im Berliner Stadtteil Tiergarten an einem Abend zahlreiche Menschen angesteckt. Berlins berühmter Techno-Club Berghain sagte daraufhin von sich aus bis Ende April alle Veranstaltungen ab.

In Berlin gibt es knapp 160 bestätigte Coronavirus-Fälle, unter ihnen 83 Männer und 74 Frauen. Bei einem weiteren Fall war das Geschlecht nicht bekannt. Acht Patienten werden in Kliniken behandelt. Alle anderen sind zu Hause isoliert.

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Schulschließungen ab Montag

Müller appellierte an die Bürger, sich verantwortungsvoll zu verhalten. "Ich bitte alle Berliner um Verständnis. Es geht um Ihre Sicherheit und Ihre Gesundheit", sagte der Regierungschef der Hauptstadt. "Wir können von der medizinischen Seite keine schnelle Hilfe versprechen. Deshalb müssen wir die Begegnungen in der Stadt auf das absolute Mindestmaß reduzieren. Jeder wird Einschränkungen fühlen. Aber diese Phase ist sehr wichtig. Ich bitte um Solidarität, insbesondere älteren Menschen gegenüber."​

Am Morgen hatte Müller bereits mitgeteilt, dass die Berliner Schulen und Kitas angesichts der steigenden Zahlen von Infizierten von nächster Woche an geschlossen bleiben. Den Anfang machen am Montag zunächst die Oberstufenzentren. Ab Dienstag werden auch die allgemeinbildenden Schulen bis zum Ende der Osterferien geschlossen.

"Aus diesem Grund finden ab sofort auch keine Schülerfahrten, Exkursionen oder sonstige schulische Veranstaltungen statt", heißt es in einem Schreiben der Senatsverwaltung für Bildung an die Berliner Schulleitungen. Darin werden die Schulleiter außerdem aufgefordert, sicherzustellen, dass die "Schülerinnen und Schüler zu den Prüfungsterminen in ihrer jeweiligen Schule" erscheinen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa