Politik

Großspende von 100.000 Euro Berliner Investor belohnt Höcke-AfD

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Krawinkel war zuletzt als Ankäufer von Boris-Becker-Trophäen in Erscheinung getreten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Großzügige Spenden haben der AfD zuletzt vor allem Prozesse und Strafzahlungen eingebracht. Nun bedenkt ein Berliner Immobilienmillionär Höckes rechtsnationalen Thüringer Landesverband mit 100.000 Euro. Der Grund: der Wirbel um die Ministerpräsidentenwahl mithilfe der AfD.

Die AfD hat 100.000 Euro von einem Berliner Unternehmer erhalten. Der Bundestag veröffentlichte die Großspende des Immobilienentwicklers Christian Krawinkel auf seiner Website. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf ein Schreiben des Unternehmers, das Geld solle nach dem Willen des Spenders an den Thüringer Landesverband der AfD fließen. "Aktuelle politische Ereignisse in Thüringen" hätten ihn zu der Spende bewogen. Laut "Süddeutscher Zeitung" bestätigten AfD-Kreise, dass das Geld als Direktspende für den Thüringer Landesverband und seinen Vorsitzenden Björn Höcke gedacht sei. Höcke ist auch Gründer des völkisch-nationalistischen "Flügels", der vom Verfassungsschutz als Prüffall beobachtet wird.

Die Spende ging bei der Partei laut Bundestag am vergangenen Freitag ein, zwei Tage nachdem im Erfurter Landtag der FDP-Politiker Thomas Kemmerich - auch mit Stimmen der AfD-Fraktion - zum Ministerpräsidenten gewählt worden war. Kemmerich trat später zurück und ist jetzt nur noch geschäftsführend im Amt.

Klamme Finanzlage trotz Rücklage

Die Finanzlage der AfD gilt zur Zeit als angespannt. Wegen fragwürdiger Wahlkampfhilfen verurteilte das Berliner Verwaltungsgericht AfD-Chef Meuthen Anfang des Jahres zu einer Strafzahlung von 270.000 Euro. Die AfD hat wegen möglicherweise illegaler Spenden bereits Rücklagen in Höhe von rund einer Million Euro gebildet.

Der spendenfreudige Unternehmer Krawinkel war zuletzt als Ankäufer von Boris-Becker-Trophäen im Rahmen einer Zwangsversteigerung in Erscheinung getreten. Im Juli hatte er Erinnerungsstücke des Tennis-Stars für rund 500.000 Euro erworben, angeblich, um sie dem früheren Wimbledon-Sieger zurückzugeben. Doch dazu ist es nicht gekommen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa