Statistikamt legt Zahlen vorBesonders im Osten leben wenig junge Menschen

Von einer jungen Gesellschaft ist Deutschland weit entfernt. Vor allem in den ostdeutschen Ländern fällt der Anteil der 15- bis 24-Jährigen gering aus. Im EU-Vergleich zeigt sich zudem: In anderen Ländern leben deutlich mehr junge Menschen.
Im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ist in Deutschland aktuell nur jede oder jeder Zehnte. Mit zehn Prozent lag der Anteil junger Menschen Ende des Jahres 2025 weiterhin auf historisch niedrigem Niveau, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. "Bereits seit Anfang der 2020er Jahre liegt der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung auf diesem Tiefstand", erklärte das Amt. Deutschland befindet sich damit unter dem EU-Durchschnitt.
In den ostdeutschen Bundesländern leben besonders wenig junge Menschen. In Brandenburg lag der Anteil der 15- bis 24-Jährigen Ende 2025 bei 8,8 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bei je 9,1 Prozent und in Thüringen bei 9,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. In den Stadtstaaten Bremen mit 11,1 Prozent und Hamburg mit 10,5 Prozent war der Anteil junger Menschen am höchsten. Auch in Baden-Württemberg lag ihr Anteil mit 10,4 Prozent über dem Durchschnitt.
Ohne Eingewanderte und ihre Nachkommen wäre der Anteil junger Menschen in der Gesamtbevölkerung noch niedriger, wie das Statistikamt mitteilte. Bei der Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte lag der Anteil junger Menschen von 15 bis 24 Jahren im Jahr 2025 demnach bei 8,5 Prozent. In der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte waren dagegen 12,2 Prozent im jugendlichen Alter.
In der EU lag der Anteil junger Menschen laut der EU-Statistikbehörde zu Beginn des Jahres 2025 im Schnitt bei 10,7 Prozent. EU-weit am höchsten war der Anteil der 15- bis 24-Jährigen demnach in Irland (12,7 Prozent), in Dänemark und in den Niederlanden lag er bei je 12,2 Prozent. Am geringsten war der Anteil in Malta mit 9,4 Prozent und in Bulgarien mit 9,5 Prozent.
Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hatten junge Menschen in Deutschland in der ersten Hälfte der 80er Jahre. Damals waren die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer im jugendlichen Alter. So waren 1983 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik laut Statistikamt 16,7 Prozent der Menschen zwischen 15 bis 24 Jahre alt.