Politik

"Bester Zeitpunkt"Iranischer Hardliner will USA mit Präventivschlägen attackieren

01.09.2026, 13:59 Uhr
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Der Iran hat in der Vergangenheit mit seinen Raketen bereits für erhebliche Schäden an US-Stützpunkten gesorgt. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die jüngsten Kampfhandlungen im Nahen Osten sorgen für Säbelrasseln im Iran. Ein Hardliner will den "Feind" mit einem neuen Angriff zum "Rückzug" aus der Region zwingen.

Ein Politiker des ultrakonservativen Lagers im Iran hat Präventivschläge gegen US-Einrichtungen am Persischen Golf gefordert. Angesichts von Berichten über geringe Munitionsvorräte, hohe Spritpreise und die bevorstehenden Kongresswahlen in den USA sei der Feind um einen Abbau der Spannungen bemüht, schrieb der Abgeordnete Mahmud Nabawian, der als einflussreiche Stimme der Fundamentalisten gilt, auf X.

"Daher ist jetzt der beste Zeitpunkt für einen Präventivangriff auf die Interessen der USA in der Region, um den Feind zum Rückzug zu zwingen und die Blockade zu durchbrechen", schrieb Nabawian weiter. Diese Gelegenheit nicht zu nutzen führe zu Schaden, fügte er hinzu.

Rund ein halbes Jahr nach Beginn steckt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in einer Sackgasse. US-Präsident Donald Trump will den Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" unter Druck setzen. Am Wochenende war der Krieg erstmals seit Wochen am Persischen Golf mit gegenseitigen Angriffen wieder militärisch eskaliert.

Die iranische Regierung kritisierte die wirtschaftlichen Maßnahmen der USA als "Verhalten aus der Steinzeit". "Das Ziel des Feindes ist es, unser Land durch Sanktionen zur Kapitulation zu zwingen", sagte Wissenschaftsminister Hussein Simai Saraf, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Dass nun auch ein renommierter Sprachtest für Englisch betroffen ist, bezeichnete er als "Verhalten aus der Steinzeit".

In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass der als TOEFL bekannte Sprachtest (Test of English as a Foreign Language) wegen der Sanktionen im Iran künftig nicht mehr absolviert werden kann. Auch ein Test auf der beliebten Sprachlern-App Duolingo ist künftig nicht mehr verfügbar. Bereits zu Jahresanfang wurden im Iran Prüfungen für den IELTS-Test (International English Language Testing System) eingestellt.

Iran will Flugabwehr an Tausenden Orten haben

Auf ein neues Aufflammen der Kampfhandlungen sieht man sich in Teheran derweil vorbereitet. Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge landesweit Flugabwehreinheiten an mehr als 3800 Orten stationiert. "Viele dieser Orte befinden sich in schwer zugänglichen Gebieten. Iran ist ein Land mit vielfältigen geografischen Gegebenheiten, und die Luftverteidigungskräfte sind in Wüsten, an Küsten, auf Inseln und im Gebirge stationiert", sagte ein iranischer General im Staatsfernsehen.

Seinen Worten nach wurden bei den vergangenen militärischen Konflikten mit den USA und Israel seit Oktober 2024 rund 160 Soldaten der Flugabwehr getötet. In dem Interview äußerte er auch vorsichtige Kritik an importierten Waffensystemen. Der Iran sei daher zum Ergebnis gekommen, vermehrt heimisch produzierte Flugabwehrsysteme einzusetzen.

Die USA und Israel haben in ihrem Krieg gegen den Iran auch gezielt Radarsysteme, Flugabwehrbatterien und Luftwaffenstützpunkte angegriffen. Zeitweise gab es Berichte, wonach Irans Streitkräfte den Luftangriffen der technologisch überlegenen Kampfflugzeuge wenig entgegensetzen konnten. Dennoch wurde wiederholt über abgeschossene Kampfdrohnen über iranischem Gebiet berichtet. Angaben über militärische Verluste im Iran sowie deren eigene Errungenschaften lassen sich kaum unabhängig überprüfen.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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