Politik

"You're full of shit" Biden beschimpft Arbeiter

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Das Wortgefecht ereignete sich in einer Autofabrik.

(Foto: REUTERS)

Noch ist nicht ausgemacht, wer im November für die Demokraten gegen den amtierenden US-Präsidenten Trump antritt. Joe Biden konnte bisher mehr Delegiertenstimmen gewinnen. Doch seine wiederholt drastischen Äußerungen sind ein gefundenes Fressen für seine Konkurrenten.

US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat in einem hitzigen Wortgefecht über das Waffenrecht einen Arbeiter als Lügner bezeichnet. Beim Besuch einer Baustelle in Detroit warf ein Mann dem früheren Vizepräsidenten vor, das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz abschaffen zu wollen. "You're full of shit" (frei übersetzt: "Du redest Unsinn") entgegnete Biden daraufhin. "Ich unterstütze den zweiten Verfassungszusatz."

In diesem Zusatz zur US-Verfassung ist das grundsätzliche Recht auf Waffenbesitz verankert. Das Thema ist in den USA, wo jedes Jahr Zehntausende Menschen durch Waffengewalt ums Leben kommen, höchst umstritten. Biden betonte in dem Streit mit dem Arbeiter, er selbst besitze eine Schusswaffe. US-Bürger dürften aber nicht jede Art von Waffen besitzen. Der demokratische Ex-Vizepräsident will Sturmgewehre und besonders große Magazine verbieten.

Das Wortgefecht trug sich am Tag von Präsidentschaftsvorwahlen in sechs Bundesstaaten zu. Gewählt wird unter anderem in Michigan, wo die Autostadt Detroit liegt. Biden besuchte dort eine im Bau befindliche Fabrik des Autokonzerns Fiat Chrysler. Videos von dem Vorfall wurden im Internet schnell verbreitet - unter anderem von Anhängern von Bidens Konkurrenten Bernie Sanders und von Präsident Donald Trump.

Trump wirft den Demokraten immer wieder vor, den US-Bürgern ihre Waffen wegnehmen zu wollen. Er will sich damit die Wählerstimmen der vielen Waffenbesitzer in den USA sichern. Grundsätzlich machen sich die US-Demokraten angesichts einer Reihe von Massakern für ein strengeres Waffenrecht stark. Die Republikaner lehnen dies weitgehend ab.

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Coronavirus beeinträchtigt Wahlkampf

Im Präsidentschaftsrennen der Demokraten ist Biden inzwischen wieder zum Favoriten geworden. Der 77-jährige Mitte-Politiker hat wiederholt mit ruppigen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. So bezeichnete er Mitte Februar eine junge Frau als "verlogene hundsgesichtige Pony-Kavalleristin" - angeblich ein scherzhaft gemeintes Zitat aus einem Film mit Westernheld John Wayne.

Als Folge des sich auch in den USA ausbreitenden Coronavirus sagten sowohl Biden als auch Herausforderer Sanders für den Abend geplante Wahlkampfveranstaltungen in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Sanders' Wahlkampfteam erklärte, Behördenvertreter hätten angesichts des Ausbruchs von Sars-CoV-2 Bedenken über eine solche Großveranstaltung geäußert. Bidens Wahlkampfteam äußert sich ähnlich und sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. In den USA wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 800 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. 28 Menschen starben demnach.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP

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