Politik

Konkurrenz für Kandidat Biden Bloomberg steigt in den Wahlkampf ein

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Michael Bloomberg hält die Frist: Er reicht seine Unterlagen in Alabama ein.

(Foto: REUTERS)

Jetzt ist es offiziell: Der Milliardär Michael Bloomberg will für die US-Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr antreten. Zunächst stellt er sich bei den Vorwahlen in Alabama. Sein größter Konkurrent gibt sich gelassen.

In letzter Minute hat der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg die formalen Voraussetzungen für eine Präsidentschaftskandidatur für die US-Demokraten geschaffen. Der 77-jährige Medienunternehmer reichte die Unterlagen für eine Kandidatur zu den Vorwahlen der Demokraten im Bundesstaat Alabama ein. Der Favorit unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern, Ex-Vizepräsident Joe Biden, zeigte sich angesichts der möglichen Kandidatur Bloombergs gelassen und verwies auf seinen Vorsprung in Umfragen.

Kurz vor Ablauf der Frist tauchte Bloombergs Name plötzlich auf der Website der Demokraten in Alabama in der Liste der Kandidaten auf. Mit seiner Registrierung steht Bloomberg die Möglichkeit offen, ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einzusteigen.

Mehrere Medien, darunter die "New York Times" und CNN, hatten zuvor berichtet, dass Bloomberg eine Kandidatur erwäge. Der Ex-Bürgermeister sei der Ansicht, dass die Favoriten unter den Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten, Biden und die Senatorin Elizabeth Warren, nicht gegen US-Präsident Donald Trump gewinnen könnten, zitierte die "New York Post" aus seinem Umfeld.

Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg, deren Chef der New Yorker Ex-Bürgermeister ist, zitierte einen Vertrauten des Milliardärs mit dieser Ansicht. Im März hatte der 77-Jährige, der von 2001 bis 2013 Bürgermeister von New York war, eine Kandidatur bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 noch ausgeschlossen.

Trump lästert

Experten sehen in Bloombergs möglicher Kandidatur vor allem eine Gefahr für Biden. Sowohl der Ex-Vizepräsident als auch Bloomberg verorten sich politisch in der Mitte, während die Senatoren Warren und Bernie Sanders, die Biden dicht auf den Fersen sind, linke Positionen vertreten. Biden gab sich gleichwohl gelassen. Er habe "kein Problem" damit, wenn Bloomberg seinen Hut in den Ring werfe, sagte er in Concord im Bundesstaat New Hampshire. In den Umfragen liege er vorn. "Wenn ich mich nicht irre, sieht es für mich gut aus, sowohl im Verhältnis zu Trump als auch im Verhältnis zu allen Kandidaten", betonte Biden.

Der Experte Jason Mollica von der American University wies darauf hin, dass Bidens Wahlkampagne zuletzt geschwächt worden sei. "Sollte Bloomberg die Unterstützung der Zentristen in der Demokratischen Partei erhalten, wäre dies ein eindeutiges Signal an Biden, dass die Partei ihn nicht für den richtigen Kandidaten hält", sagte Mollica.

Trump gab sich angesichts der möglichen Kandidatur Bloombergs siegesgewiss. "Der kleine Michael wird scheitern", sagte der Präsident mit Blick auf die Körpergröße des Unternehmers. Bloomberg habe nicht "die Magie, um gut abzuschneiden".

Mit einem geschätzten Vermögen von 55,5 Milliarden Dollar (knapp 50 Milliarden Euro) ist Bloomberg dem "Forbes"-Magazin zufolge der neuntreichste Mann der Welt. Er war sowohl Mitglied der Republikaner als auch der Demokratischen Partei und als Bürgermeister parteilos. Er setzt sich unter anderem für den Kampf gegen den Klimawandel und für gesundheitspolitische Belange ein. Der 77-Jährige gilt als gemäßigt, steht der Finanzwelt nahe und hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm die von den Präsidentschaftsanwärtern Bernie Sanders und Warren geforderten wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu links sind.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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