Politik

Schülerinnen mit Familie vereint Boko Haram lässt entführte Mädchen frei

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Aus dieser Schule im nigerianischen Dapchi wurden die 110 Schülerinnen Ende Februar verschleppt.

(Foto: picture alliance / AP/dpa)

Seit fast zehn Jahren terrorisiert die islamistische Boko Haram den Nordosten Nigerias. Vor einem Monat verschleppt die Terrororganisation mehr als 100 Schülerinnen. Nun berichten die Eltern, dass die Mädchen wieder zurückgekehrt seien.

Die von Islamisten entführten Schülerinnen aus Dapchi im Nordosten Nigerias sind einem Berater des Präsidenten zufolge wieder aufgetaucht. Sie seien in Sicherheit, sagte Garba Shehu, ein Berater von Präsident Muhammadu Buhari. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Die Schülerinnen seien von Kämpfern der Terrorgruppe Boko Haram in den Ort Dapchi zurückgebracht worden, sagte Bashir Manzo, der Vater eines der entführten Mädchens. Laut zweier Eltern sind sie in neun Fahrzeugen zurückgebracht und vor ihrer Schule abgesetzt worden. Ob alle 110 verschleppten Schülerinnen vollzählig wieder frei sind, war zunächst unklar.

In Dapchi im Bundesstaat Yobe war Ende Februar eine weiterführende Schule attackiert worden. Dabei entführten die Angreifer 110 Schülerinnen im Alter von 11 bis 19 Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Boko Haram dahinter steckten.

Menschenrechtler warfen den nigerianischen Streitkräften vor, auf Warnungen vor der Entführung nicht reagiert zu haben. Die Streitkräfte und Polizei hätten mehrere Anrufe erhalten, dass eine bewaffnete Gruppe auf dem Weg nach Dapchi gewesen sei, berichtete Amnesty International. "Die nigerianischen Behörden müssen diese unentschuldbaren Fehler der Sicherheitskräfte untersuchen", forderte Osai Ojigho, der Leiter der Menschenrechtsorganisation in Nigeria. Für den Bericht wurden Amnesty zufolge 23 Menschen befragt, darunter Augenzeugen, Mädchen, die entkommen konnten, und Eltern entführter Schülerinnen.

Boko Haram hatte 2014 mit der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok weltweit für Entsetzen gesorgt. Bei Anschlägen und Angriffen der Terrormiliz sind im Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet worden. Rund 2,5 Millionen Menschen sind in der Region vor der Gewalt geflohen. Nach UN-Angaben sind dort etwa fünf Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Quelle: ntv.de, hny/dpa/AFP