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Angst vor "Attacken" in New York Bolsonaro sagt kurzfristig US-Besuch ab

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Aktivisten protestieren vor dem Marriott Hotel in New York gegen den Bolsonaro-Besuch.

(Foto: imago images / Pacific Press Agency)

Dem brasilianischen Präsidenten soll in New York ein Preis für sein diplomatisches Engagement verliehen werden. Doch gegen den Besuch regt sich heftiger Protest. Auch der Bürgermeister schaltet sich ein. Nun macht Jair Bolsonaro einen Rückzieher.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat nach heftigen Protesten gegen ihn eine Reise in die USA abgesagt. Das berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf Bolsonaros Pressesprecher. Dieser habe am Freitag "Widerstand und gezielte Attacken vom New Yorker Bürgermeister und Druck von Interessensgruppen" als Grund für die Absage angeführt. Den Protest habe er als "ideologisch" bezeichnet.

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Die Brasilianisch-Amerikanische Handelskammer wollte Bolsonaro als Person des Jahres auszeichnen. Auch US-Außenminister Mike Pompeo sollte für seinen Einsatz für die bilateralen Beziehungen geehrt werden. Die Gala war für den 14. Mai im American Museum of Natural History in New York geplant, aber das Museum zog seine Unterstützung zurück. Aktivisten hätten wegen Bolsonaros rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen und Plänen zur Aufweichung des Umweltschutzes im Amazonasgebiet gegen den Besuch mobilisiert.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio dankte dem Naturkundemuseum für seine Entscheidung: "Jair Bolsonaro ist ein gefährlicher Mann", schrieb er auf Twitter. Dem Bericht zufolge fand sich als Ersatz das Marriott Marquis Hotel als Gastgeber für die Preisverleihung, doch auch die Sponsoren Delta Airlines, The Financial Times und eine Management-Beraterfirma distanzierten sich von dem Event.

Im vergangenen Monat hatte der rechtsgerichtete Bolsonaro gesagt, Brasilien dürfe nicht zu einem Tourismusparadies für Homosexuelle werden. Außerdem hatte er die industrielle Entwicklung von bisher unter Naturschutz stehenden Gebieten angekündigt. Noch im März hatte US-Präsident Trump bei einer Pressekonferenz mit Bolsonaro Brasilien als wichtigen Partner gelobt und sogar eine Aufnahme in die NATO ins Gespräch gebracht. Jair Bolsonaro war erst vor einem halben Jahr zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden.

Quelle: n-tv.de, fhe

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