Politik

Streit um Brasiliens Regenwald Bolsonaro verschmäht deutsche Millionen

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"Brasilien braucht es nicht": Jair Bolsonaro.

(Foto: REUTERS)

Der Kahlschlag in den Waldgebieten Brasiliens schreitet rapide voran. Um die Abholzung zu stoppen, pumpt Deutschland großzügig Geld in Klimaschutzprojekte vor Ort. Doch Umweltministerin Schulze zweifelt und bringt damit Präsident Bolsonaro in Rage.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat auf Kritik aus dem fernen Europa reagiert und deutsche Fördermittel für Waldschutz- und Biodiversitätsprojekte in seinem Land kurzerhand für verzichtbar erklärt. "Sie können das Geld einsetzen, wie sie es für richtig halten. Brasilien braucht es nicht", sagte Bolsonaro in Brasília, wobei er sich offenkundig auf Äußerungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze bezog.

Schulze hatte zuvor dem "Tagesspiegel" erklärt, die Politik der brasilianischen Regierung im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, "ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird". Erst wenn darüber wieder Klarheit herrsche, könne die finanzielle Förderung von Waldschutzprojekten in Brasilien fortgeführt werden. Dem Bericht zufolge geht es in einem ersten Schritt um einen Beitrag von 35 Millionen Euro für verschiedene Projekte.

Rindfleisch und Soja für den Weltmarkt

Unter Brasiliens ultrarechtem Präsidenten Bolsonaro hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt. Bolsonaro ist Klimawandelskeptiker und pflegt Kontakte zur Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt - auch für das lukrative Exportgeschäft mit Abnehmern in Europa.

Anfang des Monats hatte Bolsonaro den Chef des Weltraumforschungsinstituts INPE nach einem Streit um das Ausmaß der Zerstörungen im Regenwald gefeuert. Der INPE-Leiter hatte Bolsonaro "Feigheit" vorgeworfen, nachdem dieser öffentlich die Satellitendaten des Instituts in Frage gestellt hatte.

Laut INPE wurden im Juli in dem südamerikanischen Staat insgesamt 2254 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Im Juli 2018 waren es noch 596,6 Quadratkilometer. Das entspricht einer Zunahme von 278 Prozent. Damit drohen weitere Flächen an besonders artenreichem Regenwald für immer verloren zu gehen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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