Politik

Kritik an Vetternwirtschaft Bolsonaros Sohn soll US-Botschafter werden

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"Ich habe Hamburger gebraten", sagt Eduardo Bolsonaro.

(Foto: imago images / Fotoarena)

Mit dieser Personalie bringt Brasiliens Präsident die Opposition auf und lässt zugleich die Rechten in den USA frohlocken: Sein Sohn Eduardo soll das südamerikanische Land in Washington vertreten. Dieser kann dabei auf die Unterstützung eines prominenten Ultranationalisten setzen.

Brasilien hat den Sohn seines Präsidenten Jair Bolsonaro als neuen Botschafter des Landes in den USA nominiert. Das südamerikanische Land bat die USA um die Akkreditierung von Eduardo Bolsonaro. Das erklärte Brasiliens Außenminister Ernesto Araújo bei einer Pressekonferenz am Rande eines Treffens der Außenminister der Brics-Staaten in Rio de Janeiro. Er sei sehr zuversichtlich, dass dem zugestimmt werde, so Araújo.

Eduardo Bolsonaro ist Abgeordneter der Partei seines Vaters, PSL, sowie Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Unterhaus des brasilianischen Parlaments. Bei seiner Wiederwahl für eine zweite Amtszeit im vergangenen Jahr bekam er Berichten zufolge eine Rekordanzahl von Stimmen. Vor wenigen Wochen wurde er 35 Jahre alt und erreichte damit das gesetzliche Mindestalter für Botschafter des Landes.

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hatte vor zwei Wochen erklärt, er ziehe Eduardo - das mittlere seiner fünf Kinder - für den seit April vakanten Posten in Washington in Betracht. Dieser spreche Englisch und sei mit den Kindern des US-Präsidenten Donald Trump befreundet, sagte der als "Trump der Tropen" bekannte Staatschef. Oppositionspolitiker sprachen von Vetternwirtschaft.

Der Kritik trat Eduardo Bolsonaro mit Verweisen auf seine angebliche Eignung für den Posten entgegen: "Ich habe an einem Austausch (in den USA) teilgenommen, ich habe Hamburger gebraten." Außerdem stehe er dem Auswärtigen Ausschuss im Kongress vor, betonte Eduardo.

Bolsonaro, Bannon und Kushner

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Jair Bolsonaro ist seit dem 1. Januar dieses Jahres Präsident Brasiliens.

(Foto: imago images / Agencia EFE)

Die Personalie dürfte vor allem in rechtsextremen Kreisen in den USA Zustimmung finden. Dort ist Eduardo bestens vernetzt. Im Februar schloss sich der studierte Jurist der Bewegung "The Movement" des US-Ultranationalisten Steve Bannon an. Als Brasilien-Chef der rechtsextremen Bewegung vertritt er darin ganz Lateinamerika.

Die Unterstützung Bannons, der vor seinem Zerwürfnis mit Trump im August 2017 Chefstratege des US-Präsidenten war, ist Eduardo laut der brasilianischen Zeitung "Estado de S. Paulo" gewiss. Der 35-Jährige würde "mit der Kenntnis der Akteure, der Streitfragen und der Möglichkeiten" in der Rolle als Botschafter in den USA ankommen, zitierte die Zeitung Bannon.

Eduardo Bolsonaro und Bannon waren sich im vergangenen Jahr persönlich begegnet. Kurz nach der Wahl seines Vaters zum Präsidenten im Oktober begleitete Eduardo diesen auf seiner US-Reise. Der 35-Jährige hatte sich damals unter anderem mit Bannon sowie mit Trumps Schwiegersohn und Nahost-Berater Jared Kushner und mehreren US-Kongressabgeordneten getroffen.

Alle drei Söhne mischen in Politik mit

Eduardo und seine beiden älteren Brüder Carlos und Flavio gelten als wichtige politische Stützen ihres Vaters. Alle drei haben ein politisches Amt inne: Eduardo im Kongress, Flavio im Senat und Carlos im Stadtrat von Rio de Janeiro.

Nach dem Attentat auf ihren Vater während einer Wahlkampfveranstaltung im September kämpften sie für ihn weiter: Flavio als Stratege, während seine Brüder sich um die Präsenz Bolsonaros in den sozialen Medien kümmerten. "Meine Brüder und ich sind überzeugte Soldaten desselben Kapitäns, unseres Vaters Jair Bolsonaro", schrieb Flavio damals im Onlinedienst Instagram.

Seit Bolsonaros Amtsantritt hat Eduardo sich zum Berater seines Vaters für internationale Angelegenheiten entwickelt - und begleitet ihn regelmäßig ins Ausland. Im März nahmen Vater und Sohn an einem privaten Treffen mit Trump in Washington teil, im Juni flog Eduardo mit zum G20-Gipfel nach Japan.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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