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E-Mail ging an mehrere Schulen Bombendrohungen beziehen sich auf Al-Bakr

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Die Polizei positionierte sich vor den bedrohten Schulen, wie hier dem Leipziger Reclam-Gymnasium.

(Foto: dpa)

Auch wenn die Sicherheitsbehörden Entwarnung geben - die Drohungen gegen mehrere deutsche Schulen haben offenbar einen ernsten Hintergrund. Laut einem Bericht wird dabei Rache für den Tod des Terrorverdächtigen Al-Bakr angekündigt.

Die Drohungen gegen mehrere Schulen im Bundesgebiet haben einem Bericht zufolge möglicherweise einen terroristischen Hintergrund. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" soll der unbekannte Verfasser der Droh-E-Mails behauptet haben, Rache für den Tod des Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr nehmen zu wollen.

Der unbekannte Absender habe behauptet, sein "Kumpel" sei "Isis-Kämpfer" und habe ihn bezahlt, "damit ich sprengen kann". Er wolle Rache für den Tod von Al-Bakr nehmen. Der Anschlag werde am Montag um 10.00 Uhr erfolgen, soll es nach Informationen der Zeitung in der Droh-Mail geheißen haben, die in fehlerhaftem Deutsch verfasst worden sei.

Bei zahlreichen Schulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bayern waren in der Nacht per E-Mail Gewaltdrohungen eingegangen. An Schulen unter anderem in Leipzig, Magdeburg und Göttingen gingen gleichlautende E-Mails ein, in denen nach Polizeiangaben Gewalttaten angedroht wurden. Nach wenigen Stunden gaben die Sicherheitsbehörden allerdings Entwarnung. Nach Einschätzung der Polizei war "nicht von einer Ernsthaftigkeit der Drohungen auszugehen".

Experten sollen Fall untersuchen

Al-Bakr war bei einem Polizeieinsatz in Chemnitz knapp dem Zugriff der Beamten entkommen. In einer von ihm genutzten Wohnung wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden. Mehrere Syrer, bei denen al-Bakr dann in Leipzig um einen Übernachtungsplatz bat, überwältigten und fesselten den 22-Jährigen. Am Mittwochabend erhängte sich al-Bakr nach Angaben der Behörden in der Justizvollzugsanstalt Leipzig.

Die Umstände der Fahndung nach Al-Bakr und dessen Suizid sollen nun vier unabhängige Experten untersuchen. Das beschloss die sächsische Staatsregierung. Die Mitglieder der Expertenkommission stehen aber noch nicht fest. Die externen Kandidaten sollen über möglichst große Erfahrungen bei Ermittlungen im Zusammenhang mit internationalem Terror verfügen.

Weitere Bombendrohung in Reutlingen

Wegen einer Bombendrohung gegen eine Schule in Baden-Württemberg ermitteln derweil Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen 32-Jährigen aus Reutlingen. Der Mann habe am Sonntag im Internet gedroht, in einer Reutlinger Schule einen Sprengstoff explodieren zu lassen, teilten die Behörden mit. Der 32-Jährige wurde am Montagmorgen in seiner Wohnung festgenommen. Er sei polizeibekannt und psychisch auffällig, hieß es.

Es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass der Fall in Reutlingen mit den anderen Drohungen gegen Schulen zusammenhänge, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Durchsuchung der Wohnräume des 32-Jährigen habe keine Hinweise auf Waffen oder Sprengstoff ergeben; auch im Schulgebäude fanden die Beamten und Suchhunde nichts Verdächtiges. Die Behörden ermitteln nun wegen Störung des öffentlichen Friedens. Der Beschuldigte sei geständig und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden, teilten die Beamten mit.

Quelle: n-tv.de

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