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Donnerstag, 13. Juli 2017

Nach Eklat bei Maischberger: Bosbach: Ditfurth sprengt jeden Rahmen

Die Hamburger haben ihre verwüsteten Straßen längst aufgeräumt. Politiker sind jedoch immer noch nur teilweise in der Lage, sachlich über die Gewaltexzesse vom vergangenen Wochenende zu diskutieren. Selbst Talkshow-Profi Wolfgang Bosbach ist das zu viel.

Wolfgang Bosbach bereut seinen spektakulären Abgang in der TV-Talkshow "Maischberger" nicht. Bei n-tv erneuerte der CDU-Innenpolitiker seine Kritik an seiner Kontrahentin in der gestrigen Diskussion, der ehemaligen Grünen-Politikerin Jutta Dithfurth, und rechtfertigte sein abruptes Verlassen des Studios während der laufenden Sendung. "Was Frau Dithfurth veranstaltet hat, hat jeden Rahmen gesprengt", sagte Bosbach. "Das hat mit Diskussionskultur nichts mehr zu tun."

Ditfurth hatte in der gestrigen "Maischberger"-Sendung unter anderem gesagt, in Hamburg seien Menschen in ihren Grundrechten verletzt und nicht-vermummte Journalisten verprügelt worden, weil anderswo "einige Leute schwarz gekleidet" waren. Dabei ging sie nicht nur Bosbach, sondern vor allem auch den anwesenden Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders scharf an.

Bosbach sprach bei n-tv von ständigem "Anlabern" und "Beleidigungen" Ditfurths gegen Lenders. "Herr Lenders hat das mit erstaunlicher stoischer Ruhe ertragen, ich am Ende nicht mehr", so Bosbach. Ditfurth bezeichnete Bosbach nach dessen Abgang als "Mimose".

Kein Grund für Scholz-Rücktritt

In Schutz nahm der konservative Innenpolitiker im Gespräch bei n-tv den in die Kritik geratenden Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz. Dieser habe die Gewaltexzesse nicht zu verantworten und müsse deswegen auch nicht zurücktreten. Die Schuld trügen die "Chaoten", die Gewalttaten verübt hätten, sowie deren "Hintermänner" und die "Saubermänner, die nun versuchen, ihre Hände reinzuwaschen". Namentlich nannte Bosbach die Vertreter des linksautonomen Zentrums Rote Flora, Andreas Blechschmidt und Andreas Beuth.

Bosbach verteidigte die grundsätzliche Entscheidung, den G20-Gipfel in der Hamburger Innenstadt abzuhalten, wofür sowohl die rot-grüne Regierung der Hansestadt als auch die Bundesregierung heftig kritisiert worden waren. "Hamburg als weltoffene Stadt war der richtige Ort", bekräftigte Bosbach.

Quelle: n-tv.de

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