Politik

Flüchtlingskrise in Südamerika Brasiliens Militär sichert Grenze zu Venezuela

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Schon 2,3 Millionen Menschen sind aus Venezuela geflohen.

(Foto: AP)

Die Wirtschaftskrise in Venezuela lässt die Menschen hungern. Viele fliehen in die benachbarten Länder. Brasilien will mit Soldaten an der venezolanischen Grenze für Sicherheit sorgen. Staatschef Temer fordert die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

Angesichts einer anschwellenden Migrationskrise in der Region hat Brasiliens Regierung das Militär an die Grenze zum Nachbarland Venezuela mobilisiert. Der Einsatz in dem nördlichen Bundesstaat Roraima habe zunächst eine Dauer von zwei Wochen, erklärte Staatschef Michel Temer nach einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Brasília.

Angaben zur Zahl der zu stationierenden Soldaten machte Temer nicht. Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna zufolge sind aber "bereits Soldaten vor Ort" stationiert. Nach gewaltsamen Zusammenstößen venezolanischer Flüchtlinge mit Einheimischen im brasilianischen Grenzort Pacaraima waren bereits Mitte August 120 Soldaten an die Grenze geschickt worden.

Ziel sei es, die "Sicherheit für brasilianische Staatsbürger, aber auch für aus ihrem Land flüchtende Venezolaner" zu gewährleisten, erklärte Temer. Die Krise in Venezuela bezeichnete er als "tragisch". Diese bedrohe "die Harmonie praktisch des ganzen Kontinents". Die internationale Gemeinschaft müsse "diplomatische Maßnahmen" ergreifen, um die Flucht der Menschen zu stoppen.

Fremdenfeindliche Übergriffe

Südamerika erlebt gerade wohl die größte Flüchtlingskrise seiner Geschichte. Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten auf der Flucht vor Hunger und Elend in die Nachbarstaaten geflohen. Nach Angaben der UN haben bereits 2,3 Millionen Menschen den einst reichen Erdölstaat Venezuela verlassen. Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen.

Die Länder der Region sind zunehmend überfordert. Vor zehn Tagen war es in Nordbrasilien zu fremdenfeindlichen Übergriffen gegen Migranten gekommen. In der vergangenen Woche führte zudem Peru schärfere Einreisebestimmungen für Venezolaner ein. Tausende Migranten versuchten daraufhin, noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln über den Landweg in das Andenland zu gelangen.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP

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