Kaum Erfolge zu erwarten Britische Experten: Russland hat Momentum verloren
15.05.2022, 12:06 Uhr
Ein Mann fährt mit einer ukrainischen Flagge auf der Straße zwischen Odesa und Mykolaiv im Süden der Ukraine.
(Foto: AP)
Für Russland läuft der Krieg gegen die Ukraine bisher nicht so erfolgreich, wie gedacht. Daran wird sich vermutlich auch in den kommenden 30 Tagen nichts ändern. Zu dieser Einschätzung kommen Experten des britischen Militärgeheimdienstes.
Der britische Militärgeheimdienst hat ein vernichtendes Urteil über den bisherigen Verlauf der russischen Donbass-Offensive abgegeben. Russland habe wahrscheinlich rund ein Drittel seiner in der Ukraine stationierten Bodentruppen verloren, heißt es in der Einschätzung. Die russische Offensive in der Donbass-Region habe an Schwung verloren und sei deutlich hinter den Zeitplan zurückgefallen, so die britischen Militärexperten.
"Trotz anfänglicher kleinerer Fortschritte ist es Russland im vergangenen Monat nicht gelungen, substanzielle Gebietsgewinne zu erzielen, während es weiterhin hohe Verluste hinnehmen musste", teilte das britische Verteidigungsministerium auf Twitter mit. Es sei unwahrscheinlich, dass Russland sein Vormarschtempo in den nächsten 30 Tagen dramatisch beschleunigen werde.
Die Experten begründen ihre Analyse unter anderem damit, dass Russland wichtige Hilfsmittel verloren habe. Der Verlust von Aufklärungsdrohnen erschwere beispielsweise die nachrichtendienstliche Überwachung und Ermittlung. "Russische Drohnen sind für die taktische Aufklärung und die Lenkung der Artillerie von entscheidender Bedeutung", seien jedoch durch die ukrainische Luftabwehr geschädigt.
Schwer wiegen demnach auch die Einbußen bei Pontonelementen. Russische Überbrückungsausrüstung sei während des gesamten Konflikts Mangelware gewesen, "was Offensivmanöver verlangsamte und einschränkte". Die russischen Streitkräfte würden zunehmend durch die anhaltend niedrige Moral der Truppe und die verminderte Kampfkraft behindert. "Viele dieser Fähigkeiten können nicht schnell ersetzt oder wiederhergestellt werden und werden die russischen Operationen in der Ukraine wahrscheinlich weiterhin behindern", so die Einschätzung der britischen Geheimdienstexperten.
Seit dem Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine am 24. Februar ist es den ukrainischen Streitkräften gelungen, den Vormarsch der russischen Truppen aufzuhalten und in Teilen sogar wieder zurückzudrängen. So ist es gelungen, die Einnahme der Hauptstadt Kiew zu verhindern. Inzwischen gilt auch der russische Versuch, die Stadt Charkiw einzunehmen, als gescheitert.
Quelle: ntv.de, sba