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"Jeder weiß, dass sie kandidiert" Brok: CDU rechnet fest mit Merkel

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Hat nicht nur Journalisten im Rücken: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: AP)

Innerhalb der Union gilt es als offenes Geheimnis: Angela Merkel wird für eine vierte Amtszeit kandidieren. Wann, sei nur noch Formsache, erklärt nun auch Europapolitiker Elmar Brok. Eine Absage wäre für die CDU eine Katastrophe - aus einem einfachen Grund.

Immer mehr Unionspolitiker rechnen damit, dass CDU-Chefin Angela Merkel ihre Partei als Kanzlerkandidatin in den anstehenden Bundestagswahlkampf führen wird. "Es weiß inzwischen jeder, dass sie wieder kandidieren wird", sagte der CDU-Europapolitiker Elmar Brok der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Der formale Ablauf ist zweitrangig. Es gibt keinen anderen Kandidaten und keine andere Kandidatin." Zuvor hatte bereits Norbert Röttgen erklärt, Merkel werde "als Kanzlerkandidatin antreten".

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CDU-Europapolitiker Elmar Brok setzt auf die Kanzlerin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der CDU-Außenexperte hatte die Parteivorsitzende in einem Interview als "ein Eckpfeiler des politischen Konzepts des Westens" bezeichnet. In Unionskreisen war er für den Vorstoß allerdings scharf kritisiert worden. Es sei "nahezu ausgeschlossen", dass Röttgen wisse, was Merkel vorhabe, hieß es. Nichtsdestotrotz geht auch die Schwesterpartei CSU nach einem Bericht der "Rheinischen Post" fest davon aus, dass Merkel Kanzlerkandidatin wird. "Wir haben immer damit gerechnet, dass sie noch einmal antreten will und noch einmal antreten wird", sagte ein namentlich nicht genanntes, ranghohes Parteimitglied der Zeitung.

Am Sonntag kommen in Berlin zunächst das CDU-Präsidium und dann der Bundesvorstand zusammen. Die Spitzengremien wollen den Bundesparteitag der Christdemokraten Anfang Dezember vorbereiten. Anschließend will Merkel eine Pressekonferenz geben. Es wird erwartet, dass sie sich auch zu der Frage äußern wird, ob sie wieder als CDU-Vorsitzende antreten und auch Kanzlerkandidatin werden will.

SPD ziert sich bei Kandidatenfrage

Auch SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel rechnet damit, dass Merkel erneut als Kanzlerkandidatin antritt. "Wir erwarten, dass Merkel am Sonntag das sagt, was jeder weiß: Dass sie die CDU in den nächsten Wahlkampf führt", sagte Gabriel am Samstag auf einem Parteitag der Thüringer SPD in Erfurt. "Wir freuen uns auf eine demokratische Auseinandersetzung."

Welche Konsequenzen die erwartete CDU-Kandidatenkür für die Personalentscheidung der SPD mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 hat, ließ Gabriel in seiner Rede offen. Am Rande des Parteitags sagte er dann auf die Frage, ob die SPD nun im Zugzwang sei: "Das heißt nichts für die SPD." Die Sozialdemokraten würden an ihrem Zeitplan festhalten.

Gabriel kündigte zudem an, dass sich die Sozialdemokraten im Bundestagswahlkampf stark auf die Situation der Mittelschicht in Deutschland und den gesellschaftlichen Zusammenhalt konzentrieren werden. "Ich will, dass die Mittelschicht in diesem Land wieder stärker wird." Nach der Einführung des Mindestlohns setze sich die SPD unter anderem für eine Mindestrente ein.

Linke sieht Gabriel als falsche Wahl

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, stellte klar, dass sie Parteichef Gabriel für den falschen SPD-Kanzlerkandidaten hielte. "In einer großen Partei wie der SPD muss es auch noch echte Sozialdemokraten geben, die in den Augen der Wähler glaubwürdig sind", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sigmar Gabriel dagegen steht für die Politik seit der Jahrtausendwende, also dafür, dass sich die SPD mit den wirtschaftlich Mächtigen arrangiert - und ihre traditionellen Wähler im Stich lässt."

Wagenknecht machte zugleich deutlich, dass sie die Linke zusammen mit dem Co-Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch in den Wahlkampf führen will. "Es gibt zwischen Dietmar Bartsch und mir ein Vertrauensverhältnis, wir arbeiten gut zusammen. Das ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Wahlkampf."

Quelle: ntv.de, jug/dpa