Politik

Trumps Mitarbeiter rebellieren Buch offenbart Zustände im Weißen Haus

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Offenbar achten Mitarbeiter im Weißen Haus ganz genau darauf, welche Dokumente sie dem Präsidenten zu lesen geben.

(Foto: AP)

Im Interesse der nationalen Sicherheit stehlen Mitarbeiter von US-Präsident Trump brisante Dokumente von dessen Schreibtisch. Diese und andere beängstigende Zustände in der Machtzentrale der USA bringt ein neues Buch ans Licht der Öffentlichkeit.

US-Präsident Donald Trump droht von einem neuen Buch von Pulitzer-Preisträger Bob Woodward Ungemach: Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf das der Zeitung vorab vorliegende Buch mit dem Titel "Angst: Trump im Weißen Haus" von beängstigenden Zuständen in der Washingtoner Machtzentrale. Woodward zitiert unter anderem Stabschef John Kelly, der im Kreise von Mitarbeitern über den Präsidenten gesagt haben soll: "Er ist ein Idiot. Es ist sinnlos zu versuchen, ihn von irgendetwas zu überzeugen. Er ist entgleist."

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Woodward schreibt auch für die "Washington Post". In dem Buch berichtet er nach Angaben der Zeitung, wie Trump seine Mitarbeiter ständig zu Aktionen dränge, die schwere Konflikte zur Folge hätten - sodass sie sich gezwungen sähen, seine Anweisungen zu ignorieren. Das Weiße Haus befinde sich ständig im Zustand eines "Nervenzusammenbruchs".

So habe etwa der damalige Wirtschaftsberater Gary Cohn "einen Brief von Trumps Schreibtisch gestohlen", mit dem der Präsident ein Handelsabkommen mit Südkorea habe auflösen wollen. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN fürchtete man im Weißen Haus, dass dadurch ein geheimes Sicherheitsprogramm gefährdet werden könnte. Dieses ermöglichte offenbar, einen Raketenstart in Nordkorea innerhalb von sieben Sekunden festzustellen. Cohn habe einem Mitarbeiter später gesagt, er habe die nationale Sicherheit schützen wollen - und dass Trump das Fehlen des Schreibens nicht bemerkt habe.

Einer weiteren Anekdote zufolge fragte der US-Präsident im Januar seinen Nationalen Sicherheitsrat, warum sich die USA eine teure Militärpräsenz auf der koreanischen Halbinsel leisten würden. "Wir machen das, um den Dritten Weltkrieg zu vermeiden", klärte ihn Verteidigungsminister Jim Mattis daraufhin auf. Laut Woodward sagte Mattis nach dem Treffen, Trump habe den Verstand "eines Fünft- oder Sechstklässlers".

Kelly weist "Idioten"-Zitat zurück

Besonders delikat ist die Geschichte über Trumps ehemaligen Anwalt John Dowd, der dem Präsidenten nach einem Testverhör dringend davon abgeraten habe, in der Russland-Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller auszusagen. "Ich werde nicht die Hände in den Schoß legen und ihn als Idioten dastehen lassen", sagte der Anwalt demnach als Begründung.

Die "Washington Post" veröffentlichte auch einen Mitschnitt und ein Transkript eines Telefonats Trumps mit Woodward nach Abschluss des Buch-Manuskripts. Woodward hatte sich zuvor um ein Interview mit Trump bemüht, das aber nicht zustande kam. Trump sagte in dem Telefonat, niemand habe ihn darüber informiert. Der Präsident äußerte in dem Gespräch bereits die Erwartung, dass das Buch negativ ausfällt, versuchte aber, das als belanglos abzutun. "Also habe ich ein weiteres schlechtes Buch, das rauskommt. Große Sache."

Das Weiße Haus wies die Darstellungen nach den Vorab-Veröffentlichungen der US-Medien umgehend und scharf zurück. Das Buch enthalte nichts anderes als "Lügengeschichten, viele davon von verärgerten früheren Mitarbeitern", teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Stabschef Kelly wies besonders die Darstellung Woodwards zurück, wonach er - Kelly - Trump als "Idioten" bezeichnet habe. "Das ist ein weiterer erbärmlicher Versuch, die Menschen zu beschmutzen, die Präsident Trump nahestehen, und von den vielen Erfolgen der Regierung abzulenken."

Woodwards Buch erscheint am 11. September im Verlag Simon & Schuster. Der Verlag teilte mit, der Autor decke "das erschütternde Leben im Inneren von Präsident Donald Trumps Weißem Haus" auf. Nach Informationen von CNN führte der renommierte Journalist, der unter anderem den Watergate-Skandal um den damaligen Präsidenten Richard Nixon aufdeckte, Dutzende Interviews mit dem innersten Zirkel der Trump-Administration. Zuvor hatte er bereits wirkungsvolle und oft peinliche Enthüllungsbücher über die Präsidenten George W. Bush und Barack Obama veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP