Hubschrauber 45 Jahre im DienstBundesmarine verabschiedet sich vom Sea Lynx

Fast ein halbes Jahrhundert ist der Sea Lynx im Dienst. In wenigen Monaten geht der Marine-Hubschrauber in den Ruhestand. Mit dem Sea Tiger steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern.
Nach 45 Jahren verabschiedet sich die Marine vom Bordhubschrauber MK88A Sea Lynx. Ende des Jahres geht das Modell in den Ruhestand, wie die Marine am Fliegerstützpunkt Nordholz (Landkreis Cuxhaven) mitteilte. In Zukunft setzen die Fregatten auf den Hubschrauber NH-90 MRFH Sea Tiger.
Der Bordhubschrauber nahm im Sommer 1981 seinen Dienst auf und unterstützt seitdem die Besatzung der Schiffe auf allen Weltmeeren, wie die Marine weiter mitteilte. Er checkt die Lage als "fliegendes Vorauskommando" und ist Waffenträger. Außerdem können so Personal und Material leichter transportiert werden.
Auf jeder Fregatte sind jeweils zwei Hubschrauber. Die Crew besteht in der Regel aus drei Soldaten: dem Piloten, dem Copiloten und einem Operator, der das Sonar bedient. Um die Helikopter zu fliegen und zu warten, sind auf einer Fregatte 18 Marineflieger und -fliegerinnen an Bord.
Nun folgt der Hubschrauber NH-90 MRFH Sea Tiger, der speziell für Einsätze der Marine optimiert wurde. Seine Hauptaufgaben sind die U-Boot-Jagd und die Kriegsführung auf See. Das erste Modell ist schon im Dienst. Bis 2030 sollen alle 31 Helikopter an die Marine übergeben werden.
"Putin rüstet seine Marine weiter massiv auf. Er braucht sie nicht oder kaum in der Ukraine", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius Mitte Dezember bei der Übergabe des ersten Sea Tigers. "Die Schwarzmeer-Flotte ist das eine, aber die Nordatlantik-Flotte ist etwas anderes." Der SPD-Politiker ergänzte: "Das heißt, wir sind gefordert, als Nato, als Bundesrepublik Deutschland unsere Streitkräfte zur See, schnell und besser auszustatten."
Der Sea Tiger wird von dem europäischen Konsortium NHIndustries produziert und ist mit einem Tauchsonar und einem Sonarbojen-System ausgestattet, um ein Unterwasserlagebild zu erstellen und U-Boote ausfindig zu machen. Aus dem Helikopter können Torpedos und Seezielflugkörper eingesetzt werden. In der Variante MRFH ("Multi Role Frigate Helicopter") ist er speziell für den Einsatz auf Fregatten ausgelegt. Der Stückpreis liegt bei rund 90 Millionen Euro. Die maximale Reichweite wird mit 900 Kilometern angegeben.