Politik

Kosten in Millionenhöhe Bundeswehr will Kaserne in Litauen bauen

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Alle sechs Monate werden die Soldaten in Litauen ausgetauscht.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Bundeswehr ist mit mehr als 1000 Soldaten in Litauen stationiert. Der Einsatz dient der Abschreckung Russlands. Alle sechs Monate werden die Kontingente ausgetauscht. Um die Logistik zu verbessern und um ein Zeichen zu setzen, planen Deutschland und Litauen nun den Bau eines befestigten gemeinsamen Standorts.

Deutschland und Litauen planen für den Einsatz des Nato-Gefechtsverbandes in dem baltischen Land den Bau einer festen Kaserne. In der neuen Anlage sollten Soldaten des multinationalen Verbandes gemeinsamen mit litauischen Einheiten untergebracht werden, bestätigte das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam. Die Anlage soll den Planungen nach bei der Stadt Rukla gebaut werden. Bisher seien Planungskosten in einstelliger Millionenhöhe für das Projekt hinterlegt, sagte ein Sprecher. Das Projekt soll von Litauen und Deutschland gemeinsam bezahlt werden. Die Gesamtkosten könnten noch nicht beziffert werden.

Als Reaktion auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 nach dem Umsturz in der Ukraine hatte die Nato die Sicherung der eigenen Ostflanke verstärkt. In den drei baltischen Staaten und Polen wurden als Teil einer "verstärkten Vornepräsenz" (Enhanced Forward Presence) gemeinsame Kampfverbände stationiert. Sie werden alle sechs Monate ausgetauscht, auch weil die Nato-Russland-Grundakte keine dauerhafte Stationierung alliierter Truppen in Osteuropa erlaubt. Deutschland stellt als sogenannte Rahmennation in Litauen etwa die Hälfte der 1200 Nato-Soldaten dort.

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Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte vor Weihnachten in Rukla die deutschen Soldaten des Gefechtsverbandes besucht. Die Reise fand vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit Russland statt, die im russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine sowie der aus Belarus befeuerten Migrationskrise an den Grenzen zu Polen und auch Litauen sichtbaren Ausdruck finden.

Derzeit ist der Gefechtverband bei Rukla auf zwei Standorte verteilt. Die Bundeswehr verspricht sich von dem Bau einer neuen Einsatzliegenschaft auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes mehr Effizienz, eine Entlastung bei militärischem Verkehr und freiwerdende Kapazitäten für die eigenen Ausbildungsprogramme der Litauer. Am Rotationsprinzip der Truppen Deutschlands und anderer Nato-Nationen ändere sich nichts.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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