Politik

Debatte um Afghanistan-Mandat CDU-Politiker will Kampfdrohnen einsetzen

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Die bereits von der Bundeswehr eingesetzten Drohnen des Typs Heron TP sind bewaffnungsfähig.

(Foto: picture alliance/dpa/Israeli Ministry of Defense)

Derzeit verhandeln die Nato-Partner über die Zukunft des Afghanistan-Einsatzes. Die Entscheidung betrifft auch die rund 1100 stationierten deutschen Soldaten. CDU-Außenexperte Kiesewetter spricht sich für einen Verbleib der Truppen aus - sofern diese mit Kampfdrohnen ausgerüstet werden.

Für eine Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr hält der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter den Einsatz bewaffneter Drohnen für unabdingbar. "Ohne bewaffnete Drohne ist eine Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes sinnlos, weil wir nicht zu viele Kräfte für den Eigenschutz aufbringen können", sagte Kiesewetter im Radiosender WDR 5. Nur so seien die Soldaten und die der Bündnispartner bereit, dort "unter schwierigsten Bedingungen" ihre Arbeit zu machen.

Ein Abzug der Nato-Truppen aus dem Land am Hindukusch wäre für Kiesewetter der falsche Weg. Er bezweifelte, dass die Zivilgesellschaft stark genug ist. "Wenn die internationale Gemeinschaft vorzeitig geht, dann werden die Frauen wieder leiden, dann wird die Infrastruktur wieder zerstört", warnte er.

Gehen oder bleiben?

Eigentlich haben die USA den Taliban den Abzug der rund 10.000 Nato-Soldaten bis zum kommenden 1. Mai in Aussicht gestellt. Das unter Ex-Präsident Donald Trump ausgehandelte Abkommen verpflichtet die Taliban im Gegenzug zu Friedensgesprächen mit der demokratisch gewählten Regierung des Landes. Zudem sollen Terrorgruppen wie Al-Qaida und der Islamische Staat die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten von afghanischem Boden aus nicht gefährden.

Diese Bedingungen sehen die Nato-Partner bislang nicht erfüllt. Darum beraten die Verteidigungsminister derzeit über einen längeren Verbleib der Nato im Krisenland. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer räumte ein, dass ein Nato-Einsatz über das derzeit zwischen USA und Taliban besprochene Datum hinaus zu einer veränderten Sicherheitssituation und einer erhöhten Bedrohung der in Afghanistan stationierten Soldaten führen dürfte.

Derzeit befinden sich etwa 1100 deutsche Soldaten im Land. Das aktuelle Mandat erlaubt sogar bis zu 1300. Im Falle einer verschärften Sicherheitslage könnten also noch mehr deutsche Truppen nach Afghanistan geschickt werden. Die Ausbildung der afghanischen Streitkräfte, eine der Hauptaufgaben der Bundeswehr, ist im Moment wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Bislang ließen 59 deutsche Soldaten in Afghanistan ihr Leben - die meisten davon fielen in Gefechten oder bei Anschlägen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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