Politik

Stegner im "ntv Frühstart" "CDU-Richtungsfragen werden bleiben"

Egal, wer den Kampf um den CDU-Vorsitz gewinnt: SPD-Mann Stegner glaubt, dass die Richtungsfragen in der Partei damit nicht vom Tisch sind. "Das kennen wir bei uns", sagte der Kieler Fraktionschef im "ntv Frühstart".

Der schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef, Ralf Stegner, rechnet damit, dass die ungelösten Richtungs- und Führungsfragen in der CDU auch nach der Vorsitzendenwahl bestehen bleiben. "Man sieht ja auch viel Taktisches, wenn Herr Laschet sich mit Herrn Spahn zusammentut", sagte Stegner im "ntv Frühstart". Das habe mehr mit Taktik als mit inhaltlicher Überzeugung zu tun. Egal, welches Team gewinne, glaube er, "die Richtungs- und Führungsfragen werden die noch eine Weile beschäftigen, das kennen wir bei uns".

Man habe im Übrigen fast den Eindruck, "dass vier Männer aus NRW, wenn man die alle zusammenzählt, gerade mal so viel politisches Gewicht auf die Waage bringen wie eine Kanzlerin aus der Uckermark", sagte Stegner.

Es sei spannend zu sehen, wie man versuche, sich dort zu verständigen "und manches übrigens, was man bei uns kritisiert hat, dort jetzt selber macht", sagte Stegner. "Ich höre jetzt schon, dass Herr Merz sagt, es soll Regionalkonferenzen geben, wahrscheinlich sind es dann 23 Stück am Ende. Es gibt Tandems, nicht mit Männern und Frauen, so wie bei uns, aber es gibt schon die ersten Tandems."

Vier Männer zusammen mit dem Gewicht einer Kanzlerin

Friedrich Merz repräsentiert nach Ansicht Stegners die Taktik "rechts zu reden", und damit "den Rechtsradikalen" Stimmen abzujagen. "Das ist in Bayern schon schiefgegangen, und ich glaube nicht, dass das ein gutes Rezept ist", sagte Stegner im "ntv Frühstart". Richtig sei, dass, "wenn die den Merz wählen, der Unterschied noch klarer ist, den es gibt zwischen Konservativen und Sozialdemokraten".

Die Aufstellung eines SPD-Kanzlerkandidaten ist nach Ansicht Stegners noch nicht dringend. "Die Wahlen sind im Herbst 2021, vermutlich turnusgemäß, und die Aufgabe, die die SPD-Führung hat, ist, die Partei zusammenzubringen, zu zeigen, wo wir inhaltlich hinwollen, die Menschen zu überzeugen von unseren programmatischen Angeboten." Mit der Kanzlerkandidatur allzu früh zu starten, "damit haben weder wir gute Erfahrungen gemacht, noch ist das insgesamt schlau". Aber abtreten dürfe man den Anspruch, um Platz 1 zu kämpfen, an niemanden.

Quelle: ntv.de