Linnemann: "Unverschämtheit"CDU nimmt Entschuldigung von Linken-Chef nicht an

Für seine Behauptung, es gebe "keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht", und der AfD, entschuldigt sich der neue Linken-Chef. Dies sei "verkürzt und in dieser Form falsch" gewesen. Diese Entschuldigung nennt CDU-Generalsekretär Linnemann eine "Unverschämtheit".
Die CDU hat die Entschuldigung des neuen Linken-Vorsitzenden Luigi Pantisano für seine Gleichsetzung von CDU und AfD nicht angenommen. Der "Bild"-Zeitung sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann: "Von 'verkürzt' zu sprechen, ist eine Unverschämtheit. Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung."
Am Vormittag hatte Pantisano sich dafür entschuldigt, die CDU in die Nähe des Faschismus gerückt zu haben. "Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch", sagt er in einem Zitat, das von der Pressestelle der Linken verschickt wurde. "Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen."
Dazu sagte Linnemann: "Die Aussage von Herrn Pantisano war glasklar. Jetzt versucht er, sich mit 'verkürzt' rauszuwinden."
Linnemann fordert Rücktritt
Im Interview mit der "Bild"-Zeitung hatte Pantisano am Wochenende gesagt: "Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst." Auf dem Parteitag der Linken in Potsdam war diese Äußerung im Reformerlager und bei Vertretern der ostdeutschen Linken-Landesverbände auf Unverständnis gestoßen. In Thüringen und Sachsen tolerieren die Linken CDU-geführte Minderheitsregierungen, weil es angesichts einer dort starken AfD keine anderen Mehrheiten gibt.
In Sachsen-Anhalt könnte eine solche Tolerierung nach der Wahl im September notwendig werden. Vertreter der ostdeutschen Landesverbände hatten deshalb an die Delegierten appelliert, keinen Beschluss zu fassen, der ihnen jede Kooperation mit der CDU verbietet. Eine starke Minderheit in der Linken lehnt jede Kooperation mit "kapitalistischen Parteien" - also allen anderen Parteien - ab.
Linnemann sagte, der Linken-Parteitag habe gezeigt, dass die Linke geschichtsvergessen sei. "Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, verharmlost den Horror und die Gräueltaten des Faschismus."
An seiner Rücktrittsforderung an den neuen Linken-Chef, die Linnemann vor der Entschuldigung erhoben hatte, hielt er fest: "Herr Pantisano hat sich selbst zum Protagonisten der neuen linken Radikalen gemacht. Wer so eines Geistes Kind ist, darf keine Verantwortung in unserem Land tragen."
Nicht zuletzt wegen seiner Äußerung zur CDU war Pantisano mit einem historisch schlechten Ergebnis zum Linken-Vorsitzenden gewählt worden. Er erhielt lediglich 53,3 Prozent der Delegiertenstimmen. Am Sonntag sagte er auf dem Parteitag, es erfülle ihn "mit Demut, zu wissen, dass ich in den nächsten Monaten in diese Rolle hineinwachsen muss".