Politik

Vorschläge für Ehrentitel geleakt Cameron provoziert zum Abschied

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Ist der Stylistin seiner Frau zutiefst dankbar: David Cameron.

(Foto: imago/Xinhua)

Die Briten halten an Traditionen fest: zum Beispiel am Recht eines scheidenden Regierungschefs, verdiente Mitarbeiter für Ehrentitel vorzuschlagen. Doch nach Meinung der Opposition übertreibt es David Cameron - zum Wohl seines persönlichen Umfelds.

Weil er nach seinem Rücktritt angeblich noch alte Seilschaften begünstigen wollte, steht der ehemalige britische Premierminister David Cameron derzeit heftig in der Kritik. Er soll Parteifreunde und Geldgeber der Kampagne für einen Verbleib in der EU für einen Ehrentitel nominiert haben.

Die britische Zeitung "The Sunday Times" hatte eine angebliche Liste Camerons mit 48 Namen veröffentlicht. Darauf waren zum Beispiel der Name des Geschäftsmannes Andrew Cook zu finden sowie der von Isabel Spearmen, der Assistentin und Stylistin von Camerons Ehefrau Samantha.

Liste kommt wohl durch

In Großbritannien ist es üblich, dass der scheidende Premierminister eine Reihe von Politikern und Mitarbeitern für eine Auszeichnung, wie etwa den Ritterschlag, empfiehlt. Die Liste wird anschließend von einem Komitee geprüft und von der Queen bestätigt.

Führende Politiker von Labour-Partei und Liberal Democrats warfen Cameron vor, er nutze die Tradition, um Unterstützer und politische Weggefährten zu entlohnen. Der Labour-Abgeordnete Paul Flynn sprach von einer "Entwertung des Systems der Ehrentitel".

Trotz der Kritik hieß es aus der Downing Street, Premierministerin Theresa May werde sich Camerons Vorschlägen nicht entgegenstellen. Es würde einen "gefährlichen Präzedenzfall" darstellen, als neue Premierministerin in das offizielle Verfahren einzugreifen, sagte eine Sprecherin.

Quelle: ntv.de, shu/dpa