Politik

Reaktion auf wenige Geburten China erlaubt Drei-Kind-Familie

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Die Ein-Kind-Politik von Staatsgründer Mao ist Vergangenheit.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Erst 2016 schafft China die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik ab, um die Zahl der Geburten zu erhöhen. Diese Hoffnung erfüllt sich nicht: In Zukunft sollen deshalb gleich drei Kinder pro Familie einen unvermeidlichen Schrumpfkurs der Bevölkerung verhindern.

China lockert seine Familienpolitik ein weiteres Mal: Gut fünf Jahre nach Einführung der Zwei-Kind-Politik erlaubt das kommunistische Land seinen Bürgern nun, drei Kinder zu bekommen. Vor dem Hintergrund des unerwartet massiven Geburtenrückgangs und der schnellen Überalterung der chinesischen Gesellschaft beschloss das Politbüro der Kommunistischen Partei auf einer Sitzung in Peking, dass eine solche "Optimierung der Geburtenpolitik" helfen soll, die Bevölkerungsstruktur zu verbessern und auf die Überalterung zu reagieren. Das berichten die staatliche Propagandazeitung "Global Times" und die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Beschluss fiel nur drei Wochen nach der Veröffentlichung der jüngsten Volkszählung. Demnach könnte das bevölkerungsreichste Land schon in wenigen Jahren schrumpfen. Als Hauptgrund gilt die Ein-Kind-Politik, die 1979 eingeführt und erst vor fünf Jahren aufgehoben wurde - bisher allerdings meist erfolglos: Aufgrund hoher Kosten für Wohnraum und Ausbildung bleibt es in vielen Fällen bei einem Kind. Viele Chinesen haben sich auch an dieses Familienbild gewöhnt.

Zwei-Kind-Politik nützt nichts

In den vergangenen zehn Jahren ist Chinas Bevölkerung nur noch um jährlich 0,53 Prozent auf 1,41 Milliarden Menschen gewachsen - so langsam wie seit den 50er-Jahren nicht mehr. Auch die Einführung der Zwei-Kind-Politik im Jahr 2016 half nichts. Die Neuausrichtung führte nur im ersten Jahr zu einem leichten Anstieg der Geburten. Seither ist die Zahl jedes Jahr gefallen.

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Statistisch gesehen bekommt jede Frau in China 1,3 Kinder. Sie liegt damit auf dem Niveau von alternden Gesellschaften wie den großen Industrieländern Japan und Italien. Damit steht der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ein unumkehrbarer Bevölkerungsrückgang mit fatalen Folgen bevor: Anders als in westlichen Industrienationen konnten private Haushalte in China bisher keine größeren Vermögen anhäufen.

2020 wurden in China nur noch zwölf Millionen Geburten registriert, nachdem es 2019 noch 14,65 Millionen waren. Die Vereinten Nationen sagen voraus, dass die Zahl der Menschen auf dem chinesischen Festland 2030 ihren Höchststand erreichen wird, bevor sie zurückgeht.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa

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