Politik

Atombomber unerlaubt im Luftraum China provoziert Taiwan mit 38 Kampfjets

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Ein chinesischer H-6-Bomber fliegt Patrouille über dem Südchinesischen Meer.

(Foto: imago/Xinhua)

Das Südchinesische Meer ist die Region des Säbelrasselns. Großbritannien provoziert mit einem Kampfschiff, China revanchiert sich mit mehr als drei Dutzend Kampfflugzeugen im Luftraum von Taiwan. Dessen Premierminister sorgt sich um den Frieden.

China ist nach Angaben aus Taiwan mit 38 Kampfflugzeugen widerrechtlich in den taiwanesischen Luftraum eingedrungen. Es sei die bisher größte derartige Luftraumverletzung der chinesischen Luftwaffe, wie das Verteidigungsministerium in Taipeh mitteilt. Als Reaktion sei unter anderem die Raketenabwehr aktiviert worden. Premierminister Su Tseng-chang rügte das Vorgehen chinesischen Nationalfeiertag und warf China vor, den Frieden in der Region zu unterhöhlen.

Den Angaben zufolge drang das erste Geschwader am Freitagmorgen in den taiwanesischen Luftraum ein. Es soll sich um 22 Jagdflieger der Typen J-16 und SU-30, zwei atomwaffenfähige Bomber des Typs H-6 und ein U-Boot-Jagdflugzeug gehandelt haben. Laut dem taiwanesischen Verteidigungsministerium überquerten sie die auch als Dongsha-Inseln bekannten Pratas-Inseln. Die aus einem Atoll bestehende Inselgruppe ist etwa 400 Kilometer von Taiwan entfernt.

Weitere 13 Flieger der chinesischen Luftwaffe wurden demnach am frühen Samstagmorgen in der Zone, in der sich durchquerende Flugzeuge anmelden müssen, entdeckt. Dieses Mal sollen zehn J-16-Kampfjets, zwei H-6-Bomber und ein Aufklärungsflugzeug des Typs KJ-500 beteiligt gewesen sein. In diesem Fall sollen sie unerlaubt die Bashistraße durchquert haben, die Taiwan von den Philippinen trennt und eine wichtige Wasserstraße in der Region ist.

Eine ähnliche Aktion hatte es bereits am 23. September gegeben, damals mit 24 Jets. Die Manöver folgen auf Monate wachsender militärischer Spannungen in der Wasserstraße zwischen China und Taiwan. Erst am Montag empörte sich China über die Fahrt eines britischen Kampfschiffes durch die Meerenge, die Taiwan vom Festland trennt.

"Abtrünnige Provinz"

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Peking betrachtet das demokratische Taiwan als Teil der Volksrepublik. Der Inselstaat hatte sich 1949 am Ende eines Bürgerkriegs von China losgesagt. In den Augen der chinesischen Führung muss die "abtrünnige Provinz" mittelfristig wieder mit dem Festland vereinigt werden.

Um das Ziel zu erreichen, versucht China, Taiwan wirtschaftlich und diplomatisch zu isolieren. Die Volksrepublik lehnt jede Form formeller Beziehungen anderer Länder mit der Inselrepublik ab. Nur 15 Staaten weltweit erkennen Taiwan an und müssen dafür auf diplomatische Beziehungen zu China verzichten.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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