Politik

Nach russischer Teilmobilmachung China ruft zu "Waffenstillstand durch Dialog" auf

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"Wir fordern alle maßgeblichen Parteien auf, durch Dialog und Konsultationen einen Waffenstillstand zu erreichen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin.

(Foto: picture alliance/dpa/kyodo)

Kiews Gegenoffensive macht es Russland an der Front zunehmend schwer. Mit einer Teilmobilmachung will Putin im Süden und Osten der Ukraine neue Stärke demonstrieren. China, einer der wichtigsten Handelspartner Russlands, geht behutsam auf Distanz.

Nach der von Kremlchef Wladimir Putin verkündeten Teilmobilmachung russischer Reservisten hat China zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine aufgerufen. "Wir fordern alle maßgeblichen Parteien auf, durch Dialog und Konsultationen einen Waffenstillstand zu erreichen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, in Peking. Es müsse so schnell wie möglich eine Lösung gefunden werden, "die den legitimen Sicherheitsbedenken aller Parteien Rechnung trägt".

Putin hatte zuvor in einer Fernsehansprache die Teilmobilmachung der Russen im wehrfähigen Alter angekündigt und mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen 300.000 Reservisten die russischen und separatistischen Kräfte im Süden und Osten der Ukraine verstärken. Sie würden den gleichen Status und die gleiche Bezahlung bekommen wie die jetzigen Vertragssoldaten und auch vor dem Fronteinsatz noch einmal militärisch geschult werden.

Zudem sollen in mehreren ukrainischen Gebieten "Referenden" über einen Anschluss an Russland stattfinden. "Die Entscheidung, die die Mehrheit der Bürger in den Volksrepubliken Luhansk und Donezk, in den Gebieten Cherson und Saporischschja treffen, unterstützen wir", erklärte Putin.

China habe sich stets für "die souveräne und territoriale Integrität aller Länder" sowie für die Einhaltung der UN-Charta eingesetzt, sagte Außenamtssprecher Wang. Sein Land sei bereit, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft eine "konstruktive Rolle bei der Deeskalation der Situation" zu spielen. Die Beziehungen zwischen Russland und China sind durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bisher nicht belastet. Moskau versucht seine Gaslieferungen nach China zurzeit im Zuge der Ukrainekrise noch stärker auszubauen.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 21. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa

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