Xi umwirbt US-VerbündeteChina und Großbritannien rücken näher zusammen

Auffällig viele europäische Regierungschefs reisen derzeit nach Peking. Inmitten von Turbulenzen zwischen London und der Trump-Regierung schüttelt auch der britische Premier die Hand von Chinas Staatschef Xi. Starmer betont, das gehe nicht gegen die USA.
Der britische Premierminister Keir Starmer und der chinesische Staatschef Xi Jinping haben eine Verbesserung der Beziehungen beider Länder vereinbart. "Gegenwärtig ist die Welt sowohl im Wandel als auch turbulent", sagte Xi. "Sei es zum Wohle des Weltfriedens und der Stabilität oder für die Wirtschaft unserer beiden Länder und die Lebensgrundlage der Menschen - es ist unerlässlich für uns, den Dialog und die Zusammenarbeit zu stärken."
Der Besuch von Starmer in Peking findet inmitten einer schwierigeren Phase der Beziehungen Großbritanniens zu den USA statt. China versucht angesichts der Spannungen vieler Länder mit Washington, US-Verbündete zu umwerben. Diesen Punkt hob Xi hervor, als sich die beiden Regierungschefs trafen und gemeinsam zu einer "umfassenden strategischen Partnerschaft" aufriefen. Starmer nannte China "einen entscheidenden Akteur auf der Weltbühne" und sagte, es sei "unerlässlich, dass wir eine differenziertere Beziehung aufbauen."
Auch Macron in Peking
Starmer reiste mit mehr als 50 britischen Wirtschaftsvertretern an, darunter Führungskräfte aus der Finanz- und Pharmabranche. Zwar markierte das Treffen keinen größeren Durchbruch im Handel, doch sprachen die Staats- und Regierungschefs über eine Verbesserung des Visumzugangs nach China für britische Staatsbürger und niedrigere Zölle auf Whiskey.
Die Annäherung an China folgt auf Besuche anderer westlicher Staats- und Regierungschefs, darunter der französische Präsident Emmanuel Macron im Dezember und der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo in dieser Woche. Der kanadische Premierminister Mark Carney traf sich diesen Monat mit Xi in Peking, wo sie sich auf eine Lockerung einiger Handelsbeschränkungen für chinesische Elektrofahrzeuge und kanadische Rapssamen einigten.
Abkommen mit China: Trump droht Kanada
Carney erklärte vergangene Woche in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass Kanada, das Trump zeitweise als "51. Bundesstaat" bezeichnet hat, gezwungen sei, seine strategische Haltung zu überdenken. Carney rief andere mittelgroße Staaten dazu auf, Kanadas Weg des Widerstands gegen Hegemonialmächte zu folgen, indem sie sich breit, strategisch und mit offenen Augen engagieren. Die Rede löste eine Gegenreaktion des Weißen Hauses aus, das mit Zöllen von 100 Prozent auf Kanada drohte, falls es ein Freihandelsabkommen mit China eingehen sollte.
Starmer hat die Möglichkeit heruntergespielt, dass seine Reise nach Peking, die erste eines britischen Premierministers seit acht Jahren, die USA verärgern könnte. Er sagte, dass Großbritannien nicht zwischen China und den USA wählen müsse und mit beiden Geschäfte machen könne.
Die Beziehungen zwischen China und Großbritannien hatten sich seit 2020 verschlechtert, nachdem Peking für Hongkong das sogenannte nationale Sicherheitsgesetz erließ und prodemokratische Demonstrationen in der ehemaligen britischen Kolonie gewaltsam niederschlagen ließ. Ungeachtet dessen ist China - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - immer noch der drittgrößte Handelspartner Großbritanniens.