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Immer mehr Visa abgelehnt China warnt vor "Risiko" von USA-Studium

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Die Havard Universität in Boston zählt zu den renommiertesten Hochschulen der Welt.

(Foto: imago/wolterfoto)

Die Spannungen zwischen den USA und China erfassen immer weitere Bereiche der gemeinsamen Beziehungen. Nun warnen die Behörden in Peking Studenten vor dem "Risiko" eines Studiums in den USA. Sie verweisen auf zunehmende Probleme bei der Visa-Vergabe.

Angesichts der angespannten Beziehungen zu den USA hat China seine Studenten und Wissenschaftler vor dem "Risiko" eines Studiums an US-Universitäten gewarnt. Das Bildungsministerium in Peking rief chinesische Studenten auf, sich auf Schwierigkeiten bei der Visa-Vergabe einzustellen und im Vorfeld eines geplanten US-Aufenthalts die "Risikobewertung zu verstärken". Es verwies auf einen Anstieg abgelehnter und verzögerter chinesischer Visumsanträge in den USA.

Zwischen Januar und März seien bei 13,5 Prozent der Chinesen, die in den USA studieren wollten, Visaprobleme aufgetreten, sagte Xu Yongji, Referatsleiter im Bildungsministerium, dem staatlichen Rundfunksender CCTV. 2018 habe diese Quote lediglich bei drei Prozent gelegen.

Etwa 360.000 chinesische Studenten sind derzeit an US-Universitäten eingeschrieben. Sie stellen damit die größte Gruppe internationaler Studenten in den USA. Ihren Beitrag zur US-Wirtschaft beziffert die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf US-Quellen auf 14 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro).

Die Beziehungen zwischen China und den USA sind von Konflikten geprägt. Im Handelsstreit hatten die Verhandlungen zwischen beiden Ländern zuletzt stagniert. Zudem hat Washington jüngst im Konflikt um das Südchinesische Meer den Druck auf Peking verstärkt.

Wray: Auch Studenten als Spione tätig

Im Handelsstreit werfen die USA China unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums vor. FBI-Chef Christopher Wray hatte Peking im April vorgeworfen, Studenten und Wissenschaftler in Versuche von Wirtschaftsspionage in den USA einzubeziehen. China leiste Pionierarbeit beim Diebstahl von Innovationen, sagte Wray. Dies geschehe "durch chinesische Geheimdienste, Staatsunternehmen, angebliche Privatunternehmen, Studenten und Wissenschaftler, durch eine Reihe von Akteuren, die alle im Auftrag Chinas tätig sind".

Bereits im April berichtete die "New York Times", dass chinesische Wissenschaftler keine US-Visa mehr erhielten, wenn der Verdacht bestehe, dass die Wissenschaftler Verbindungen zu Geheimdiensten hätten. Der chinesischen "Global Times" zufolge wurde mehreren Akademikern das Zehn-Jahres-Visum wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Geheimdienst entzogen.

Der China-Berater von US-Präsident Donald Trump, Michael Pillsbury, durfte nach eigenen Angaben zu Jahresbeginn nicht zu einer Veranstaltung nach China reisen. Er sah darin eine Vergeltungsmaßnahme Chinas.

Quelle: ntv.de, kst/AFP