Politik

Gemeinsam gegen Putin Chodorkowski unterstützt Nawalny

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Alexej Nawalny (r.) und seine Anhänger befürchten, dass die russische Justiz seine Kandidatur mit einer Verurteilung in einem möglichen Scheinprozess verhindern könnte.

(Foto: picture alliance / Evgeny Feldma)

Der Erzfeind des russischen Präsidenten Putin, Michail Chodorkowski, will bei der Präsidentenwahl im nächsten Jahr nicht antreten. Stattdessen ruft er auf, den Kremlkritiker Alexej Nawalny zu wählen. Dessen Kampagne könnte er ebenfalls finanzieren.

Der ehemalige Ölmagnat Michail Chodorkowski hat dazu aufgerufen, bei der russischen Präsidenschaftswahl 2018 für den Kremlkritiker Alexej Nawalny zu stimmen. Während einer Konferenz in Tallinn sagte Chodorkowski am Samstag, es gebe heute in Russland nur zwei Gruppierungen, die beim Kampf gegen die Korruption eine andere Politik verfolgten als die Regierungsbehörden: seine Bewegung Open Russia (Offenes Russland) und Nawolnys Fonds gegen Korruption (FBK).

Im vergangenen September hatte der im britischen Exil lebende Chodorkowski angekündigt, dass er nicht selbst zur Präsidentschaftswahl antreten werde. Falls allerdings der derzeitige Staatschef Wladimir Putin erneut kandidiere, werde er einen Gegenkandidaten finanziell und mit einer Kampagne unterstützen. Bei der Konferenz in Tallinn sprach er sich auch dafür aus, die Kandidatur des ehemaligen Oppositionspolitikers Dmitri Gudkow für den Posten des Bürgermeisters von Moskau bei der Wahl im September 2018 zu unterstützen.

Überraschende Begnadigung

Putins Erzfeind Chodorkowski, der ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war fast zehn Jahre lang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Putin überraschend begnadigt. Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Stiftung Offenes Russland zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland.

In der estnischen Hauptstadt sagte Chodorkowski jetzt, dass er von der Leitung seiner Bewegung Offenes Russland zurücktreten werde. Die russische Gesellschaft sei "reif für ein Modell ohne Führungsfigur". Deshalb solle es bei Open Russia jedes Jahr einen anderen Vorsitzenden geben.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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