Politik

Trump gibt Probleme in Utah zu Clinton wirft Trump Politik für Reiche vor

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Wirft Donald Trump eine Politik für die eigene Tasche vor: Hillary Clinton.

(Foto: AP)

Donald Trump wirbt mit massiven Steuererleichterungen um Stimmen. Seine Politik helfe jedoch nur Reichen, behauptet Hillary Clinton. Derweil zeigt der sonst so selbstsicher auftretende Trump zum ersten Mal so etwas wie Bedenken.

Die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat auch in der Wirtschaftspolitik ihre Attacken gegen den Kontrahenten Donald Trump verschärft. In einer Rede warf die Demokratin dem Immobilienmilliardär vor, eine Politik nur für die Reichen betreiben zu wollen: Trump plane Billionen Dollar an Steuererleichterungen "für Leute seinesgleichen".

Die Demokratin bezeichnete es bei ihrem Auftritt in Warren im Bundesstaat Michigan als "Mythos", dass Trump auf der Seite der kleinen Leute stehe und sich mit den "Reichen und Mächtigen" anlegen wolle. Clinton warf ihrem Kontrahenten vielmehr eine Politik für die eigene Tasche vor: "Er würde eine niedrigere Steuerrate zahlen als Millionen von Mittelschichtfamilien."

Der Republikaner hatte die "größte Steuer-Revolution" seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den 80er Jahren angekündigt. Er plant eine drastische Reduzierung der Unternehmens- und Einkommensteuern. Clinton setzt dagegen auf ein Investitionsprogramm, das mit einem Gesamtvolumen von 275 Milliarden Dollar (knapp 250 Milliarden Euro). Dadurch sollen mehr als zehn Millionen Jobs entstehen.

Clinton erteilt Handelsabkommen Absage

Die Demokratin kündigte auch an, dass sie sich gegen Freihandelsabkommen stellen werde, die den Interessen der US-Arbeitnehmerschaft schadeten. Auch damit reagierte sie direkt auf Trump, der die Ablehnung internationaler Handelsabkommen in das Zentrum seiner Kampagne gestellt hat.

Sie werde jedes Handelsabkommen stoppen, das US-Jobs eliminiere und schlechte Löhne befördere, sagte die Ex-Außenministerin. Dazu zählte sie das mit elf Staaten aus dem pazifischem Raum ausgehandelte TPP, für das sich Präsident Barack Obama stark eingesetzt und das Clinton selbst in der Verhandlungsphase noch befürwortet hatte.

  Trumps Wahlkampfteam warnte davor, den Aussagen der Demokratin Glauben zu schenken: "Täuscht euch nicht: sie wird dem TPP zustimmen", erklärte Trump-Berater Stephen Miller. Trump selbst entgegnete bei dem TV-Sender Fox News, er wolle Steuern für Unternehmen senken, um Arbeitsplätze zurück in die USA zu holen. Clinton dagegen müsse die Steuern verdoppeln, um die von ihr geplanten höheren Sozialausgaben zu finanzieren.

Trump räumt "gewaltige Probleme" ein

Der Kandidat der Republikaner war in den vergangenen Wochen in den Umfragen stark abgerutscht. Die Website "RealClearPolitics" sieht ihn im Schnitt der jüngsten Erhebungen bei 40 Prozent und Clinton bei 48 Prozent. Inzwischen hat Trump Schäwchen seines Wahlkampfes eingeräumt. Es geht dabei um den Bundesstaat Utah, der üblicherweise an die Republikaner geht.

"Wir haben gewaltige Probleme in Utah", sagte Trump vor evangelikalen Christen, die er um Unterstützung in wichtigen Bundesstaaten wie Ohio, Florida oder Virginia bat. Schuld seien falsche Berichte über seine Kandidatur. Der New Yorker Geschäftsmann hat wiederholt Medien unredliche Methoden vorgeworfen.

Utah ist normalerweise eine sichere Bank für die Republikaner. Einer Umfrage von SurveyUSA aus dem Juni zufolge lagen Trump und seine Gegenkandidatin von den Demokraten, Hillary Clinton, gleichauf. Andere Institute sehen Trump zwar vorn, allerdings nicht mit dem Abstand, der für republikanische Kandidaten in dem Bundesstaat üblich sind. Vor allem könnte Trump in Utah der unabhängige Kandidat Evan McMullin große Probleme machen. McMullin kommt aus Utah. Er ist Mormone, wie die meisten Menschen dort. Sollte Trump in Utah verlieren, könnten ihm am Ende die entscheidenden Wahlmänner fehlen, um Präsident zu werden.

Niederlage wäre für Trump okay

In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC äußerte sich Trump hingegen nahzu gleichgültig über eine mögliche Niederlage. "Letztlich wird es entweder klappen, oder ich habe einen sehr, sehr schönen, langen Urlaub", sagte er. Er mache nichts Anderes, als die Wahrheit zu erzählen. Falls es für ihn am Ende aus Gründen der politischen Korrektheit nicht reiche, sei das in Ordnung, erklärte Trump weiter. "Dann kehre ich zu einer sehr guten Lebensweise zurück."

Zuletzt hatte Trump mit zweideutigen Äußerungen, Rivalin Clinton könne womöglich mit Hilfe von Waffenbesitzern gestoppt werden, für Empörung gesorgt. Am Mittwoch legte er nach und bezeichnete US-Präsident Barack Obama als Gründer der radikalislamischen IS-Miliz. Der Republikaner war auch kritisiert worden, weil sein Beraterstab in Wirtschaftsfragen nur aus Männern bestand. Am Donnerstag erweiterte er sein Team um neun weitere Personen, acht davon Frauen.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/rts/dpa