Politik

USA kennen "rote Linie"Dänemark sieht Grönland in "deutlich besserer" Lage

07.02.2026, 21:08 Uhr
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Groenlands-Aussenministerin-Vivian-Motzfeldt-M-spricht-waehrend-einer-Pressekonferenz-mit-dem-daenischen-Aussenminister-Lars-Løkke-Rasmussen-und-der-kanadischen-Aussenministerin-Anita-Anand-l-in-Nuuk
Motzfeld (M.) und Rasmussen (r.) hatten in Nuuk die kanadische Außenministerin Anand zu Gast. (Foto: picture alliance/dpa/AP/Ritzau Scanpix Foto/Ida Marie Odgaard)

Seit Trump wieder US-Präsident ist, spricht er davon, Grönland mehr oder weniger annektieren zu wollen. Hinter verschlossenen Türen verhandeln die USA mit Dänemark. Das EU- und Nato-Land gibt jetzt einen vorsichtigen Einblick in die Gespräche.

Im Konflikt um die US-Ansprüche auf Grönland hat sich die Lage nach Angaben des dänischen Außenministers entspannt. "Wir haben die Krise noch nicht überstanden und wir haben noch keine Lösung", sagte Lars Løkke Rasmussen in Grönlands Hauptstadt Nuuk. Die Situation sei aber "deutlich besser" als noch vor einigen Wochen. Es gebe "keine Drohungen" mehr und es drohe auch "kein Handelskrieg mit Europa".

US-Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im vergangenen Jahr immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben, die er mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis begründete. Der Konflikt um die Arktisinsel drohte zeitweise, die Nato zu spalten. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist. Im Januar schloss Trump den Einsatz militärischer Gewalt dann aus und nahm auch die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zurück.

Der US-Präsident hatte sich vor seiner Kehrtwende nach eigenen Angaben mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf einen "Rahmen für ein Grönland-Abkommen" verständigt. Konkrete Einzelheiten sind bisher unklar. Die USA, Dänemark und Grönland setzten eine Arbeitsgruppe ein.

Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt begrüßte bei der Pressekonferenz mit Rasmussen den "direkten Dialog" aller Seiten. Die Gespräche seien bisher respektvoll verlaufen, "aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen", fügte Motzfeldt hinzu. Für eine Bewertung sei es daher noch "zu früh".

Die dänische Regierung hatte vor den Gesprächen erklärt, sie teile die Sicherheitsbedenken der USA angesichts verstärkter Aktivitäten Russlands und Chinas in der Arktis. Die Souveränität und territoriale Integrität Grönlands bezeichnete sie aber als "rote Linie".

Auf die Frage, ob die US-Regierung diese rote Linie in den Gesprächen respektiere, sagte Rasmussen, er könne keine Details der laufenden Verhandlungen preisgeben. Dänemark habe seine Haltung vor Beginn aber "glasklar" formuliert. "Ich sehe darin ein klares Zeichen, dass es möglich sein sollte, eine Lösung zu finden und gleichzeitig diese roten Linien zu respektieren", sagte der Minister.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

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