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Mindestens 84 Tote Das ist beim Nizza-Anschlag passiert

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Mit diesem Lkw fuhr der Attentäter in die Menge.

(Foto: REUTERS)

Und wieder erschüttert ein Anschlag Frankreich: Am Abend des Nationalfeiertags rast ein Lkw auf der Strandpromenade von Nizza in die Menge. Mehr als 80 Personen sterben bei diesem Anschlag - der Hintergrund der Tat ist noch unklar. Ein Überblick.

Was ist in Nizza passiert?

An der Promenade des Anglais in Nizza ist am Donnerstagabend gegen 23 Uhr ein Mann mit einem LKW auf einer Strecke von rund zwei Kilometern in eine Menschenmenge gerast. Dabei tötete er Dutzende Menschen. Der Täter habe wohl auch einmal die Richtung gewechselt, um noch mehr Menschen zu treffen, heißt es aus Ermittlerkreisen. Hunderte Franzosen feierten an dem Abend ihren Nationalfeiertag. Während eines Feuerwerks sei der Lkw über den Bürgersteig der belebten Promenade gerast, teilten örtliche Politiker mit.

Aus dem Führerhaus seinen Schüsse gefallen. Der Fahrer hatte nach Angaben der Behörden Waffen und Munition im Lastwagen. Einsatzkräfte der Polizei schossen mehrmals in das Führerhaus. Außerdem sei eine Privatperson auf den LKW gesprungen, um den Angreifer zu stoppen, dabei sei der Täter abgelenkt worden und die Polizisten konnten ihn erschießen, erklärt der Präsidenten der Region Alpes-Maritimes. Die Polizei habe "in einer sehr gefährlichen Situation einen Terroristen ausschalten können", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve.

Wie viele Opfer gibt es?

Laut Innenminister Cazeneuve sind mindestens 84 Menschen getötet worden. Auch Kinder sind unter den Opfern. Mindestens 50 Kinder sind verletzt im Krankenhaus. Unter den Toten sind neben vielen Franzosen auch Ausländer. Am Mittag ist klar, dass auch mindestens drei Deutsche getötet wurden. Bei den Opfern soll es sich um zwei Schülerinnen und eine Lehrerin handeln, wie die Berliner Schulaufsicht bestätigt. Sie kamen von der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule. Die Berliner Senatsverwaltung meldete dagegen, dass drei Deutsche vermisst würden.

Wer ist der Täter?

Im Tatlastwagen sind Ausweispapiere eines 31-jährigen Franko-Tunesiers gefunden worden. Laut der Zeitung "Nice Matin" heißt er Mohamed Lahouaiej Bouhlel. Auf diesen Namen sei jedenfalls der Ausweis ausgestellt gewesen. Er soll nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei nicht als politisch radikalisiert bekannt gewesen sein, aber wegen allgemeiner krimineller Vergehen wie Diebstahl. Das berichtete der Nachrichtensender BFMTV unter Berufung auf Ermittlerkreise.

War es ein Terroranschlag?

Derzeit gibt es keine offizielle Bestätigung, dass es sich um einen Terroranschlag handelt und beispielsweise die Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Anschlag steckt. Jedoch sprechen mehrere Politiker wie Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel von Terror.

Wie reagiert Frankreich?

Frankreichs Präsident Hollande spricht von der "terroristischen Natur" der Tat. In einer Fernsehansprache sagte er: "Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht." Frankreich verlängert nun den Ausnahmezustand um weitere drei Monate. Eigentlich wollte die Regierung ihn Ende Juli beenden. Außerdem hat Hollande die Reservisten bei Polizei und Militär aufgerufen, den regulären Einsatzkräften zu Hilfe zu kommen. Innenminister Cazeneuve sagt: "Wir sind in einem Krieg mit Terroristen, die uns um jeden Preis wehtun wollen." Ministerpräsident Manuel Valls hat eine dreitägige Staatstrauer angekündigt.

Merkel bezeichnet die Tat als "massenmörderischen Anschlag". Deutschland teile die Trauer mit Frankreich, sagte sie auf dem Asem-Gipfel in Ulan-Bator. Man werde den Terror gemeinsam bekämpfen. "Ich bin sehr überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten den Kampf gewinnen werden." Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere zeigt sich betroffen: "Dieses barbarische Morden muss endlich ein Ende haben. Unsere Freundschaft zum französischen Volk wird in Trauer, Zorn und Entschlossenheit noch tiefer." Auch weitere Politiker haben Solidarität mit Frankreich bekundet.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa/rts

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