Politik

Wahlen im Saarland Das kleinste Bundesland geht leer aus

Eine Frau gibt in einem Wahllokal ihre Stimme ab. Foto: Fredrik von Erichsen/Archivbild

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2011 siegte Charlotte Britz von der SPD im ersten Wahlgang.

(Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Die saarländische SPD verliert bei der Europawahl über zehn Prozentpunkte. Die Grünen werden stärkste Partei - mit einem doppelt so hohen Ergebnis wie zuvor. Trotzdem ist das Saarland künftig mit keinem Abgeordneten mehr im Europaparlament vertreten.

Bei der Europawahl waren die Grünen im Saarland die Wahlgewinner. Sie konnten ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppeln. Die Partei legte von 6,1 Prozent auf 13,2 Prozent zu. Große Verluste gab es hingegen für die SPD. Sie fiel von 34,7 Prozent auf 23,1 Prozent. Auch die CDU musste Verluste hinnehmen - von 38,3 Prozent auf 32,5 Prozent.

Somit ist das Saarland künftig mit keinem Abgeordneten mehr im Europaparlament vertreten. Mit dem schlechten Ergebnis der SPD auf Bundesebene schaffte der langjährige saarländische EU-Abgeordnete Jo Leinen den Wiedereinzug nicht. Der 71-Jährige war auf Platz 20 ins Rennen gegangen: Die SPD holte aber nur 16 Sitze. Leinen gehörte dem EU-Parlament seit 1999 an. "Es ist ein gutes Stück Wehmut, weil ich ein wirklich engagierter Europapolitiker war. Ich hätte gerne noch mal eine Periode mit gekämpft für Europa."

Auch dem Spitzenkandidaten der saarländischen CDU, Roland Theis, blieb der Einzug ins Europaparlament knapp verwehrt. Der saarländische Staatssekretär für Justiz und Europa hatte für die CDU einen Sitz in Brüssel und Straßburg zurückholen wollen: Seine Partei hatte 2014 erstmals seit der Einführung der Direktwahl zum EU-Parlament 1979 keinen Sitz mehr gewonnen. Aus dem Saarland war zudem für die ÖDP Manuela Ripa auf Platz zwei der Bundesliste ihrer Partei ins Rennen gegangen. Die ÖDP holte aber nach vorläufigem Ergebnis nur einen Sitz. Das Saarland an der Grenze zu Frankreich gilt als besonders europäisch. Bei der Europawahl 2014 hatten zwei Saarländer ein Mandat gewonnen.

SPD baut auch in Saarbrücken ab

Bei der Wahl des Oberbürgermeisters in Saarbrücken hat die SPD den ersten Wahlgang in hingegen gewonnen. Die derzeitige SPD-Amtsinhaberin Charlotte Britz erzielte 36,8 Prozent der Stimmen, wie das Statistische Amt im Saarland mitteilte. Im Vergleich zur vorherigen Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2011, als Britz im ersten Wahlgang mit 57,5 Prozent gewählt worden war, verlor die SPD-Politikerin jedoch mehr als 20 Punkte.

Britz tritt am 9. Juni in einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Uwe Conradt an, der bei der Wahl am Sonntag 29 Prozent erreichen konnte. Weit abgeschlagen folgte auf dem dritten Platz Barbara Mayer-Gluche von den Grünen.

Quelle: n-tv.de, aeh/agr/AFP/dpa

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