Politik

Jüngster Bewerber erregt Unmut Demokraten attackieren Trump - und Buttigieg

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Nicht nur Trump, sondern auch Buttigieg (l.) wurde von Warren (r.) bei der TV-Debatte der US-Demokraten attackiert.

(Foto: REUTERS)

In der TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ist der US-Präsident nach dem Impeachment-Votum das dominierende Thema. Warren, Sanders und Biden sparen dabei nicht mit Kritik an Trump. Doch auch ein Mann aus den eigenen Reihen wird zum Ziel der Attacken.

Führende Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten haben nach der Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Donald Trump scharfe Kritik am Amtsinhaber geübt. Senatorin Elizabeth Warren sagte in der sechsten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber, Trump sei der "korrupteste Präsident" der US-Geschichte. Senator Bernie Sanders bezeichnete Trump als "pathologischen Lügner", der das Präsidentenamt "entwürdigt" habe. Darüber hinaus ist der aufstrebende demokratische Präsidentschaftsbewerber, Pete Buttigieg, zum Ziel von Attacken seiner parteiinternen Konkurrenz geworden.

Ex-Vizepräsident Joe Biden sagte, die "Integrität" des Präsidentenamtes müsse wiederhergestellt werden. Er wolle den Wählern klarmachen, dass Trump keine vier weiteren Jahre im Amt verdiene. Die Anklageerhebung gegen Trump durch das Repräsentantenhaus - das sogenannte Impeachment - sei eine "verfassungsmäßige Notwendigkeit" gewesen.

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Elizabeth Warren

Trump ist der korrupteste Präsident der US-Geschichte

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Kongresskammer hatte am Mittwoch mit dem Impeachment ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen der Ukraine-Affäre in die Wege geleitet. Der Prozess selbst wird aber im Senat stattfinden. Weil Trumps Republikaner dort eine Mehrheit haben, gilt eine Amtsenthebung als nahezu ausgeschlossen.

Mit dem Impeachment befassten sich die demokratischen Präsidentschaftsbewerber gleich zu Beginn ihrer TV-Debatte. Bei der sechsten Ausgabe der Fernsehdiskussion traten in Los Angeles sieben Anwärter gegeneinander an und damit weniger als in den Debatten zuvor.

Für die Debatte mussten sich die Bewerber unter anderem über ihre Umfragewerte und die Zahl ihrer Einzelspender qualifizieren. So nahm der erst Ende November in das Präsidentschaftsrennen eingestiegene Multimilliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg nicht teil.

Dabei waren - neben den Umfragefavoriten Biden, Sanders und Warren - der Bürgermeister der Kleinstadt South Bend, Pete Buttigieg, die Senatorin Amy Klobuchar, der Unternehmer Andrew Yang und der Milliardär Tom Steyer.

Buttigieg wird zum Ziel von Attacken

Innerhalb der Demokraten wurde Pete Buttigieg zum Ziel von Attacken seiner parteiinternen Konkurrenz. Vor allem Warren ging Buttigieg scharf an. Sie warf ihm vor, bei Veranstaltungen hinter geschlossenen Türen Spenden von Milliardären einzusammeln. Buttigieg wehrte sich gegen die Anwürfe und gab zurück, er habe anders als Warren und weitere Mitstreiter kein persönliches Vermögen und könne jede Unterstützung gebrauchen. Auch andere Parteikollegen griffen Buttigieg an - etwa wegen seiner geringeren politischen Erfahrung. Grund für die Attacken ist die zunehmende Stärke des 37-Jährigen in einzelnen Umfragen.

Der Bürgermeister aus South Bend im US-Staat Indiana ist mit 37 Jahren der Jüngste unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern. Die derzeit in Umfragen Führenden - Biden sowie Sanders und Warren - haben alle ihren 70. Geburtstag bereits hinter sich. Zum Jahresbeginn war Buttigieg auf nationaler Ebene in den USA noch weitgehend unbekannt gewesen, doch der Demokrat zog mit seiner Wahlkampagne nach und nach viel Aufmerksamkeit auf sich und fuhr zwischendurch immer wieder erstaunliche Umfragewerte ein.

Im Schnitt aller Umfragen liegt Buttigieg derzeit zwar mit klarem Abstand hinter der Führungsriege - Biden, Sanders, Warren - auf Platz vier. In jenem wichtigen Bundesstaat Iowa, in dem Anfang Februar die Vorwahlen der Demokraten beginnen, bei denen die Partei ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November 2020 festlegt, hatte Buttigieg vor wenigen Wochen in Umfragen aber die Führung übernommen. Auch beim Spendensammeln mischt er vorne mit. Das scheint bei der internen Konkurrenz für Unruhe zu sorgen.

Die Debatte in Los Angeles fand rund sechs Wochen vor Beginn der Vorwahlen zur Bestimmung des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten statt: Als erstes wird am 3. Februar im Bundesstaat Iowa gewählt. Der Sieger der Vorwahlen wird im November 2020 Trump herausfordern.

Quelle: ntv.de, mba/AFP