Politik

Trump-Regierung beugt sich DruckDemontage wichtiger Klimawandel-Messstationen wohl vorerst gestoppt

18.06.2026, 19:46 Uhr
00:00 / 02:45
Eine-der-Messstationen-liegt-vor-der-US-Ostkueste-sie-soll-bis-kommendes-Jahr-abgebaut-sein-Das-Foto-stammt-von-der-Installation
Eine der Messstationen liegt vor der US-Ostküste. (Foto: OOI / NSF / Woods Hole Oceanographic Institution)

Die US-Regierung wollte ein Hightech-Meeresbeobachtungssystem abbauen lassen. Doch für die Klimawandel-Forschung haben die Unterwassergeräte enorme Bedeutung. Nach heftigem Widerstand macht die Trump-Regierung nun einen Rückzieher.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump gibt offenbar ihren Plan auf, ein 368 Millionen Dollar teures Meeresüberwachungssystem abzubauen, das für das Verständnis des Klimawandels und der marinen Ökosysteme von entscheidender Bedeutung ist. Wie die "New York Times" unter Berufung auf Dokumente der zuständigen Behörde berichtet, beugt sich die Trump-Regierung damit parteiübergreifendem Widerstand im Kongress.

Die National Science Foundation hatte im Mai angekündigt, noch im Juni mit dem Abbau von Hunderten von Unterwassermessgeräten zu beginnen, die Daten zu Küstenüberschwemmungen, marinen Hitzewellen und anderen Klima- und Wetterereignissen sammeln.

Den Dokumenten zufolge plane die Behörde jedoch, dass sie die Arbeiten zum Abbau des als "Ocean Observatories Initiative" (OOI) bekannten Systems vorerst aussetzen wird, schreibt die "New York Times". Demnach soll ein Expertengremium einberufen werden, um über die Zukunft des Systems zu entscheiden.

Laut der Zeitung hatte der Senat am Mittwoch einen Beschluss verabschiedet, der die Regierung daran hindern soll, das System abzubauen. Abgeordnete beider Parteien warnten dem Bericht zufolge, dass diese Maßnahme rechtswidrig wäre und die Sicherheit von Küstengemeinden in den Vereinigten Staaten gefährden würde.

Das Meeresbeobachtungssystem OOI gibt es seit zehn Jahren, es umfasst 900 Messgeräte in der Tiefsee an fünf Standorten im Atlantik und Pazifik. Die Daten werden von Forschern in aller Welt benutzt, auch von der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA. Die US-Institution betreibt unter anderem den nationalen Wetterdienst, hilft bei der Absicherung von Küsten angesichts des Klimawandels und stellt Daten für die Fischerei-Industrie zur Verfügung.

Auf den bisherigen Daten haben bislang mehr als 500 wissenschaftliche Veröffentlichungen basiert. Auch der Weltklimarat IPCC verließ sich für seine Berichte auf Angaben des OOI. Deren Forschungschef Jim Edson nannte es im Mai das "weltweit fortschrittlichste im Dauerbetrieb arbeitende Meeresbeobachtungssystem".

Quelle: ntv.de, dsc/rpe

RegierungWissenschaftUSAKlimawandelOzeane