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RTL/n-tv Trendbarometer Der Absturz der CSU ist hausgemacht

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Beide wollen nicht zurücktreten: Horst Seehofer und Markus Söder

(Foto: dpa)

Eine Forsa-Umfrage zeigt deutlich: Nicht die Große Koalition oder die Bundeskanzlerin trägt die Hauptverantwortung für das Wahldebakel der CSU. Viele Wähler sind schlicht unzufrieden mit der Arbeit der Christsozialen - sowohl in Berlin als auch in München.

Die Analyse des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther nach der Landtagswahl in Bayern ist eindeutig: "Das ist ganz klar ein CSU-Ergebnis", sagte der CDU-Politiker. Angesichts der Tatsache, dass die CSU eine erfolgreiche Politik gemacht habe, sei ihr Abschneiden sehr, sehr schlecht. Dass die CSU 12 Prozentpunkte verloren habe, liege an der eigenen Performance.

Da hat er ganz offensichtlich Recht: Im RTL/n-tv Trendbarometer gaben nur 12 Prozent der Befragten an, dass die Bundespolitik in Berlin für ihre Wahlentscheidung wichtiger als die Bewertung der Politik im Freistaat gewesen sei. Eine klare Mehrheit von 52 Prozent sagte, ihre Wahlentscheidung sei im Wesentlichen durch den Zustand der Parteien in Bayern beeinflusst worden. Für 34 Prozent waren sowohl landes- als auch bundespolitische Aspekte wichtig.

Dem von Forsa ermittelten Trendbarometer zufolge sind nur 43 Prozent der Wähler in Bayern mit der Arbeit der bayerischen Staatsregierung zufrieden. Mit Söders Arbeit sind nur 33 Prozent zufrieden. Damit schneidet die bayerische Landesregierung kaum besser ab als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit ihrer Arbeit sind 42 Prozent der Wähler in Bayern zufrieden.

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Auffällig ist allerdings, wie schlecht die Werte von CSU-Chef Horst Seehofer sind: Mit der Arbeit des Bundesinnenministers sind lediglich 18 Prozent der Wähler in Bayern zufrieden. Selbst unter den CSU-Wählern sind 57 Prozent mit Seehofer nicht zufrieden. Mit Merkel sind 48 Prozent der Wähler nicht zufrieden.

Auf die Frage, wer für das Abschneiden der CSU in erster Linie verantwortlich sei, geben die meisten Wähler Seehofer die Schuld: 71 Prozent sagen, die größte Verantwortung für die CSU-Verluste trage Horst Seehofer, 38 Prozent sagen dies von Markus Söder, 28 Prozent von Angela Merkel. Unter den CSU-Wählern nennen 57 Prozent Seehofer, 16 Prozent Söder und 37 Prozent Merkel.

In der Umfrage wurden Wähler, die vor fünf Jahren noch CSU gewählt hatten, zusätzlich gebeten, zu sagen, was sie veranlasst habe, sich für eine andere Partei zu entscheiden. 43 Prozent nannten eine generelle Unzufriedenheit mit der CSU, 16 Prozent "Abgehobenheit" und "Arroganz" der CSU. 22 Prozent gaben an, die CSU sei ihnen "zu rechts" oder zu nah an der AfD. 26 Prozent nannten Seehofer und / oder Söder als Grund. Nur 9 Prozent führten als Grund eine Unzufriedenheit mit der Bundesregierung oder mit Merkel an. Forsa befragte in der Tagen vor der Landtagswahl 3006 wahlberechtigte Bayern.

Auch nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen ist die Wahlschlappe der CSU selbstverschuldet. 81 Prozent der Wähler seien der Meinung, der Konflikt der letzten Monate vor allem um die Asylpolitik habe der Partei von Ministerpräsident Söder geschadet, heißt es in einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen. 13 Prozent der Befragten waren der Meinung, der Streit habe keine Rolle gespielt, drei Prozent hielten ihn hingegen für nützlich.

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Quelle: n-tv.de, hvo/dpa

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