Politik

Maas-Besuch in unsicheren Zeiten Deutsche Soldaten bleiben im Irak - vorerst

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Außenminister Maas spricht vor den Truppen, die auf der Luftwaffenbasis Al-Asrak stationiert sind.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Kampf gegen den IS hat die Bundeswehr aktuell rund 100 Soldaten im Irak stationiert. Der Golfstaat gehört aber auch zu den Schauplätzen der jüngsten amerikanisch-iranischen Auseinandersetzung. Bei einem Besuch in der Region warnt Außenminister Maas davor, den Anti-Terroreinsatz überstürzt zu beenden.

Die Bundeswehr plant nach Angaben von Außenminister Heiko Maas derzeit keinen weiteren Abzug der etwa im Irak eingesetzten Soldaten im Anti-IS-Kampf. "Die deutschen Soldaten, die zur Zeit in Erbil, Jordanien und Kuwait sind, werden dort verbleiben", sagte Maas bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman. Man warte die Entscheidung der irakischen Regierung ab, ob ausländische Truppen im Land bleiben sollten. "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird", fügte der Außenminister hinzu.

Maas ließ keinen Zweifel daran, dass er einen Abzug für falsch halten würde. Viele internationale Partner machten der irakischen Regierung derzeit klar, dass der Kampf gegen die radikalislamische IS-Miliz noch nicht abgeschlossen sei. Aber man werde jede Entscheidung der Regierung in Bagdad akzeptieren.

Die Zukunft der deutschen, aber auch anderer internationalen Truppen im Irak ist ungewiss, seit die USA Anfang Januar nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad den iranischen General Ghassem Soleimani getötet haben. Aus Vergeltung griff der Iran mit Raketen amerikanische Stützpunkte an; pro-iranische Milizen feuerten auf Stellungen von Truppen, die mit den USA verbündet sind. Aus Loyalität mit Teheran forderte das irakische Parlament zudem einen Abzug der internationalen Einheiten.

Iranische Zündelei

Die Bundeswehr zog deshalb rund 30 im Zentralirak stationierte Soldaten vorübergehend ab. Rund 120 Soldaten im nordirakischen Erbil blieben dagegen an Ort und Stelle. Sie bereiten aktuell einen neuen Ausbildungs-Lehrgang für die irakischen Streitkräfte vor.

Bei seinem Besuch in Jordanien erklärte Außenminister Maas, dass er auf eine neue Einladung der irakischen Führung hofft, weiter im Land zu bleiben. "Bis dahin werden die deutschen Soldaten dort verbleiben, wo sie sich befinden", kündigte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit seinem jordanischen Amtskollegen Aiman Safadi an. "Wenn der Iran deeskalieren will, dann muss er auch aufhören, in der Nachbarschaft zu zündeln."

*Datenschutz

Safadi erklärte, der IS sei immer noch eine reale Gefahr. Auf dem rund 90 Kilometer östlich von Amman gelegenen Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak nahm die Bundeswehr am Samstag ihre Aufklärungsflüge wieder auf. Ab Dienstag soll auch die Luftbetankung wieder aufgenommen werden. Zuvor waren die Aufklärungsjets aufgrund der Forderung des irakischen Parlaments drei Tage lang am Boden geblieben.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa