Umfrage zeigt neuen TiefststandDeutsche vertrauen den USA so wenig wie noch nie

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump steckt das transatlantische Verhältnis in einer Krise. Das spiegelt sich auch in der Einschätzung der Deutschen über die Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten als Partner wider. Eine andere Großmacht schneidet noch schlechter ab.
Drei Viertel der Deutschen halten einer Umfrage zufolge die USA für einen Partner, dem man nicht vertrauen kann. Das ist das Ergebnis des ARD-"Deutschlandtrends", wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mitteilte. In der Befragung von Infratest dimap gaben demnach nur 15 Prozent an, die USA sei ein vertrauenswürdiger Partner - der laut WDR bislang tiefste Wert für die USA im ARD-"Deutschlandtrend".
Zum Vergleich: Derzeit halten den Angaben nach 78 Prozent Frankreich für einen vertrauenswürdigen Partner und 74 Prozent Großbritannien. Die Ukraine sehen demnach 40 Prozent als vertrauenswürdigen Partner, während 48 Prozent der Befragten meinen, Deutschland könne der Ukraine nicht vertrauen. Russland halten lediglich 9 Prozent für einen vertrauenswürdigen Partner und 83 Prozent für keinen vertrauenswürdigen Partner. Die Umfrage ist nach Angaben des Senders repräsentativ.
Laut Mitteilung machen sich 62 Prozent der Deutschen zudem um das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland sehr große oder große Sorgen. Das sind vier Prozentpunkte weniger als noch im März 2025. Donald Trump hatte im Januar vergangenen Jahres zum zweiten Mal das Amt des US-Präsidenten übernommen.
Für den "Deutschlandtrend" befragte Infratest dimap 1323 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland von Montag bis Mittwoch dieser Woche zufällig telefonisch und online. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus zwei bis drei Prozentpunkten angegeben. Der tatsächliche Wert kann also in diesem Bereich liegen.
Die Befragung fand nach der Verschleppung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär statt. Experten halten das Vorgehen der USA für völkerrechtswidrig. Hinzu kommen die Bemühungen von US-Präsident Trump um eine Übernahme der riesigen Arktisinsel Grönland, die zum EU- und Nato-Staat Dänemark gehört. Trump und sein Umfeld hatten wiederholt auch militärische Mittel nicht ausgeschlossen.
Bundeskanzler Friedrich Merz - ein erklärter Freund der USA - hatte Mitte Dezember gesagt, dass die Europäer sich auf eine "fundamentale Veränderung des transatlantischen Verhältnisses" einstellen müssten. Zuvor hatte Präsident Trump mit der neuen nationalen Sicherheitsstrategie die aktuelle politische Landschaft in der EU als Bedrohung für amerikanische Interessen gebrandmarkt.