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Nackte Zahlen zur Zuwanderung Deutschland verzeichnet Ausländer-Rekord

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Sehnsuchtsziel Deutschland: Der wirtschaftlich stärkste Staat der Eurozone zieht Menschen aus allen Richtungen an.

(Foto: imago/Lars Berg)

In Deutschland leben so viele Ausländer wie noch niemals zuvor: In der amtlichen Statistik sind Ende 2017 rund 10,6 Millionen Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst. Dies, sagen Statistiker, "ist ein Höchststand".

Die Zahl der Ausländer in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent gestiegen. Zum Stichtag 31. Dezember waren 10,6 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister erfasst, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das ist ein Höchststand", hieß es. Die Gesamtzahl der Ausländer in Deutschland stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 585.000 Personen.

Der Zuwachs der ausländischen Bevölkerung in Deutschland ließ damit im vergangenen Jahr allerdings spürbar nach. Insgesamt befinden sich die Zahlen wieder auf dem Niveau von 2013 - dem Jahr vor Beginn der Flüchtlingskrise, wie ein Sprecher des Statistikamtes erklärte. Vor allem die Zahl der Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten - wie etwa Syrien, Irak oder Afghanistan - ging im Vergleich zu 2016 deutlich zurück.

Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen bei der Zuwanderung aus den EU-Staaten: Der Anteil der aus dem Osten Europas nach Deutschland zugezogenen Menschen stieg im vergangenen Jahr um 12,5 Prozent. Seit dem Jahr 2007 gilt die europaweite Freizügigkeit auch für Menschen, die aus den Staaten der EU-Osterweiterung kommen. Die Zahl der in Deutschland lebenden EU-Bürger aus dieser Region stieg in diesem Zeitraum von 919.000 auf 2,6 Millionen.

Weniger Menschen aus Drittstaaten

Die meisten der aus dem Osten zugewanderten EU-Bürger kamen den Angaben zufolge zuletzt aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Die Zuwanderung aus dem Nachbarland Polen etwa belief sich im vergangenen Jahr netto (Zuzug minus Abwanderung) auf 85.000 Menschen. Ebenso viele Personen kamen 2017 unterm Strich aus Rumänien. Aus Bulgarien, dem EU-Staat mit der aktuell drittstärksten EU-internen Zuwanderung nach Deutschland, verzeichnete das Ausländerregister eine Netto-Zuwanderung von 45.000 Personen.

Die Zuwanderung aus Staaten außerhalb der Europäischen Union nahm dagegen im vergangenen Jahr ab. Aus diesen sogenannten Drittstaaten wurden lediglich 163.000 Personen neu registriert, nachdem es 2016 noch 665.000 waren.

Von den 10,6 Millionen registrierten Ausländern in Deutschland stammten zum Jahreswechsel rund 4,7 Millionen Menschen aus EU-Ländern und etwa 5,9 Millionen aus dem Rest der Welt. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wanderten pro Jahr etwa 388.000 Menschen aus dem Ausland nach Deutschland ein.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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