Politik
Mehrere tausend Anhänger jubeln Erdogan während seines Auftrittes 2014 in Berlin zu.
Mehrere tausend Anhänger jubeln Erdogan während seines Auftrittes 2014 in Berlin zu.(Foto: imago/Christian Mang)
Montag, 04. Dezember 2017

Umfrage offenbart Kluft: Deutschtürken entfremden sich immer mehr

Die Spannungen zwischen Berlin und Ankara gehen nicht spurlos an den in Deutschland lebenden Türkeistämmigen vorbei. Eine repräsentative Umfrage zeigt: Das Verhältnis zwischen ihnen und den Deutschen wird schlechter.

Die politischen Streitigkeiten zwischen Berlin und Ankara haben nach Ansicht vieler Deutschtürken auch ihr Verhältnis zu ihren deutschen Mitbürgern beeinträchtigt. Der Umgang zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türkeistämmigen habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, sagten 52 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage.

Als Grund gaben die meisten (59 Prozent) die Regierungsstreitigkeiten an. 53 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass auch die Medienberichterstattung eine Rolle spielt. Schlechte persönliche Erfahrungen nannten die wenigsten als Grund.

Das Meinungsforschungsinstitut Data 4U hatte im Auftrag der Sendung "Panorama - die Reporter" des Fernsehsenders NDR mehr als 2800 Türkeistämmige befragt. Nur 12 Prozent gaben demzufolge an, dass sie die deutsche Kritik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für berechtigt halten. 44 Prozent halten sie nicht für gerechtfertigt. Der Großteil der Befragten gab allerdings auch an, sich in Deutschland wohl zu fühlen.

Dabei machte es den Ergebnissen zufolge kaum einen Unterschied, ob die befragten Türkeistämmigen in erster, zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben. Data 4U nannte als wichtigsten Unterschied den Bildungsgrad. Die formal höher Gebildeten seien besser integriert und stünden Erdogan kritischer gegenüber. Bei den weniger gut Ausgebildeten stiegen die Sympathie und die Zustimmung für die Politik Erdogans sprunghaft an.

Quelle: n-tv.de